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| Persönlichkeitsentwicklung Lebensfreude, Glück, Erfolg, Zufriedenheit, persönliches Wachstum, sein Potenzial entfalten... darum geht in dieser Rubrik. |
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#51
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| Da inzwischen das Thema wieder im Gespräch ist, krame ich einfach den alten Faden wieder heraus. Nachdenkliche Grüße Nordwind |
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#52
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| Du hast den Faden hochgeholt - ich hab jetzt nur die Überschrift gelesen (zu mehr habe ich keine Kapazität). Was beschäftigt dich aktuell? Trauer ist ein Prozess - der allerdings trotz bestimmter Ähnlichkeiten sehr, sehr individuell ist und von vielen Faktoren abhängt. Auf Dauer ungelebte Trauer würde ich mit Selbstverletzung gleichsetzten. Gleichzeitig ist mir klar, dass es oft keine hilfreichen Rituale mehr gibt - oder wir uns viel zu spät darum kümmern und dann völlig von den Ereignissen überschwemmt werden. Wenn du die Diskussion wieder anregen willst - bitte konkreter. Das Thema ist sonst viel zu vielfälltig. Liebe Grüße Amelie |
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#53
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| @amelie45: das ist der Versuch, das sehr lebendige OT Thema von hier herzulotsen. |
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#54
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| Super, danke dir, Nomada. Ich finde beide Themen soooooooo interessant, erhellend und lehrreich, dass es mir gerade schon fast den Atem nimmt. |
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#55
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| Zitat:
Ich habe in einem Forum mal die taktlose Bemerkung gelesen - na nach 14 Tagen müssten Sie das doch überstanden haben! Dieses funktionieren müssen und nur keine Schwäche zeigen - persönliche Probleme bitte nach Feierabend und möglichst ohne Störung des Arbeitsablaufes. ![]() Gerade durch die von Amelie angesprochenen (fehlenden) hilfreichen Rituale und in dem Nichtausleben - nicht Zulassen der Trauer sehe ich ein großes Risiko. In dem Buch von U. Schaffer (Grundrechte ein Manifest) steht der Satz: "Du hast ein Recht auf deine Trauer" (Ich weiß nicht, ob es erlaubt ist, mehr zu zitieren) Ich vergleiche es mal mit einem Schrank, in den wahllos alles herumliegende reingestopft wird und bei dem sich die Tür gerade noch schließen lässt. Sobald die Tür geöffnet wird, kommt das ganze Sammelsurium einem vor die Füße gepurzelt. Meiner Erfahrung nach gehört das Erinnern, drüber sprechen oder schreiben, trauern und loslassen dazu. Erst dadurch wird eine stabile Grundlage geschaffen, damit man in der Gegenwart ankommen und die eigene, veränderte Persönlichkeit neu definieren kann. Danach kommt auch die Neugier auf das Leben und die Zukunft wieder. Wie sind da Eure Meinungen oder Erfahrungen? |
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#56
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| Ich meine, dass es eine Unart des modernen Menschen ist, für alles Rituale oder eine Anleitung bzw. theoretische Abhandlung in Textform (auch Lebenshilfeliteratur genannt) zu benötigen, um sich dann einbilden zu können, "so wäre es jetzt richtig". Anstatt einfach auf sich zu hören und sich (und das was man braucht) zu erspüren. Ich möchte mich an dieser Stelle erst einmal bremsen, sonst schreibe ich mich womöglich in Rage, muss ja nicht sein. Aber mittlerweile geht mir diese Sucht nach vorgerfertigtem Gedankenfutter sehr auf die Ketten. Das ist wie Kartoffelpüree aus der Tüte, da könnte ich auch die Krise kriegen. ![]() Grüßle Legendenwind |
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#57
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| Ich meine, daß Rituale durchaus einen Sinn haben können. Den, Begonnenes zu beenden. Zu einem Zeitpunkt, der für jeden individuell, nach seinem Gefühl, passt. Rituale können eine Unterstützung sein... etwas loszulassen, was man sonst ewig mit sich rumschleppen würde. Niemand muss sich an ein Ritual zwangsläufig halten. Das würde ich auch blöd finden. Aber er kann es nutzen, wenn es ihm hilft. Als die Frau meines Vermieters im letzten Jahr an einem frühen Samstagmorgen zu Hause verstorben war (was selten genug ist, die meisten Leute sterben ja heute in Krankenhäusern), ist sie nicht direkt, nachdem der Arzt den Totenschein ausgestellt hatte, in die Leichenhalle gebracht worden. Sie "durfte" zu Hause bleiben, mehr als 24 Stunden. Da kann man vielleicht sagen: "Wie kann man über Nacht mit einer Leiche im selben Haus bleiben?" ... Ich sehe es so, daß ihr Mann, ihre Töchter und Schwiegersöhne, die Enkel und Urenkel, die Möglichkeit / die Wahl hatten, sich von ihr zu verabschieden. Es war ein langsamer "Übergang", kein überhastetes "die Leiche schnell aus dem Haus schaffen"... Die Angehörigen konnten sie wortwörtlich "aus dem Haus gehen lassen". Früher war es üblich, ein Ritual, Verstorbene im Haus aufgebahrt zu lassen. Auch ein paar Tage lang. Heute denkt so mancher bei sowas an Auszüge aus dem Seuchengesetz... Jedes Ritual, an dem man sich lang hangeln kann, um sich etwas "unbegreiflichem" anzunähern, ist für mich hilfreich. (Wenn man es aus freien Stücken anwendet, nicht, weil irgendjemand das so erwartet!) Und wenn jemand in seiner Trauer auf der Suche nach Trost etwas in einem Lebenshilferatgeber findet, was ihm gut tut, ist das für mich auch okay. Ich habe manchmal den Eindruck, daß viele Menschen heute Angst vor den Ritualen um das Sterben, den Tod und die Trauer haben. Ich weiß nicht, warum das so ist. Vielleicht haben wir uns "vom Tod" entfernt... aber es ist sinnlos, ihm ausweichen zu wollen. Er erwischt uns trotzdem... LG Spunk |
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#58
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| @ Legendenwind: Das kann ich sehr gut verstehen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mich nervt dabei auch noch ein ganz anderer Aspekt, nämlich die (von mir zumindest so wahrgenommene) unausgesprochene Forderung "Informier dich doch erst einmal bei der einschlägigen Fachliteratur zum Thema, bevor du hier blöde Fragen stellst!" (bewusst sehr überspitzt formuliert!!!) Denn, nein, ich will jetzt nicht wissen, was Sheila Winddancer-Smith über das Thema schreibt oder zu welchen Erkenntnissen die verschiedenen Studien der University of Michigan und die Technische Hochschule Oslo gekommen sind. Ich will keine allgemein (und somit oberflächlich) gehaltenen Artikel aus dem Stern oder der Apothekenrundschau zu meinem Problem. Ich suche Hilfe. JETZT!!! Und ich will nicht erst zwischen (mitunter tausenden!) Büchern wählen, Rezensionen lesen, um dann zu entscheiden, welche der dreißig in Frage kommenden Bücher denn nun wohl das Beste für mich ist. Und es dann auch erst noch einmal lesen zu müssen (was ich persönlich meist nicht nur als zeitraubend, sondern auch als sehr quälend empfinde, weil an sich schlichte Sachverhalte mit zig Füllseln auf Buchumfang aufgepumpt wurden, so dass ich im wahrsten Sinne des Wortes den Sinn vor lauter Wörtern nicht mehr finde... Jedoch ist das halt mit dem selber-spüren auch so eine Sache: Wir haben's oft einfach nicht gelernt - oder wieder verlernt. Konventionen, äußere Ansprüche... da wird es mitunter schwierig, zu erkennen (fühlen), was denn in mir eigentlich vorgeht... Und wenn dieses Gefühlte dann auch noch nicht gesellschaftskompatibel ist... na, dann Gute Nacht!... ![]() Geändert von missy (29.01.2012 um 12:12 Uhr) Grund: Typo (ob meine Tastatur am Ende mir dauernd heimlich Streiche spielt...? ;-) |
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#59
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| @ Spunk: Eine Freundin erzählt oft davon, wie ihr Vater mehrere Tge in der Leichenhalle aufgebahrt war und sie jeden Abend hingegangen ist und mit ihm gesprochen hat, ihm von ihrem Tag erzählt und ihn (alltägliche) Dinge gefragt hat und manchmal auch einfach nur bei ihm gesessen und geschwiegen hat. Sie sagt jetzt noch, dass ihr das unwahrscheinlich geholfen hat, richtig Abschied zu nehmen. Ihr Vater war zwar schwer krank, aber es ging eigentlich gerade wieder etwas bergauf. Und so hatte sie sich zwar mit dem Gedanken dan den Tod ihres Vaters angefreundet (soweit man das halt kann), aber der wirkliche Abschied, das loslassen- und gehenlassen- können, sagt sie, hat sie erst dort in der Leichenhalle getan. Und obwohl sie ihren Vater immer noch schmerzlich vermisst, sagt sie, hat sie Frieden gemacht mit dem Gedanken, dass ihr Vater nicht mehr lebt. Und sie kommt damit wesentlich besser klar als ihre Mutter, die auch nach vier Jahren immer noch sehr trauert - vielleicht wohl auch deshalb, weil sie sich nie richtig von ihrem Mann verabbnschiedet hat... |
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#60
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| Zitat:
sterben tun sowieso nur alte Leute.... Zwei meiner Freundinnen sind mit Mitte 30 Witwe geworde, beide mit zwei kleinen bzw. halbwüchsigen Kindern. Klar ist man auf so etwas vorbereitet und kann das intiutiv aus dem eigenen reichen Erfahrungsschatz auf die Reihe kriegen - einschließlich Arbeit, Belastung für das Haus usw. Das mal zum Kartoffelpüree aus der Tüte... Was ist so verwerflich daran, zu lesen, wie andere ihr Schicksal bewältigt haben? Ich selbst habe wenige Jahre vor dem überraschenden Tod meines Mannes innerhalb von 16 Monaten beide Elternteile verloren, die "nebenan" gewohnt hatten. Zuvor hatten wir diverse Pflegefälle, gestorben wurde im Haus, der Tod war mir nicht unbekannt. Also "eigentlich" nix, was einem mit Anfang 50 aus den Latschen hauen sollte? Medikamente und Seelenklempner habe ich abgelehnt. Ich habe funktioniert, alles geregelt, was zu machen war und bin so schnell wie möglich wieder arbeiten gegangen, um auf andere Gedanken zu kommen. Ich konnte über meine Trauer auch nicht sprechen, wollte andere nicht damit belasten und redete mir ein, ich müsste dankbar sein über die schöne Zeit und die liebevollen, gemeinsam verbrachten Jahre. Verarbeitet wurde in diesen Monaten nichts - ich hatte das Gefühl, es ist ein Deckel drauf und unten drunter gähnt ein großes Loch! Geholfen hat mir erst, als ich mich im Internet mit ebenfalls Betroffenen austauschen und mir meine Trauer von der Seele schreiben konnte. Da gab es zwar auch einige Buchempfehlungen, aber hauptsächlich Ratschläge, Lebenshilfe und Trauerbewältigung von ebenfalls Verwitweten. Auch die Information hat mir geholfen, dass Emotionen notwendig sind und Wut und Ärger auf das ungerechte Schicksal rausgelassen werden dürfen. Sinnvoll ist das Motto: Bewältigen statt durchhängen, nicht nur in der Vergangenheit hängen bleiben und auch nicht mit der Brechstange alles auf einen Schlag verändern. Nicht passiv bleiben sondern an sich und der Situation arbeiten. Schlimm finde ich allerdings auch Ratgeber, die in allem was geschieht einen höheren Sinn sehen und die Hinterbliebenen möglicherweise nur zu blöde sind, die Botschaft zu erkennen. ![]() Schicksal muss man nicht verstehen - nur lernen es zu akzeptieren. Geändert von Nordwind (29.01.2012 um 13:07 Uhr) Grund: Satz war unvollständig, musste nachschreibseln |
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