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Persönlichkeitsentwicklung Lebensfreude, Glück, Erfolg, Zufriedenheit, persönliches Wachstum, sein Potenzial entfalten... darum geht in dieser Rubrik.

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  #1  
Alt 11.02.2012, 10:14
Benutzerbild von Chaja
* die Seele fest umarmt *
 
Registriert seit: 24.07.2010
Beiträge: 1.561
Standard Warum blockiere ich mich selbst?

Hallo Ihr Lieben,

vielleicht könnt Ihr mir ja helfen, einer meiner Merkwürdigkeiten auf die Spur zu kommen, die ich mir alleine nicht erklären kann? Zumal ich sie aktuell wieder hier im Forum an mir erlebt habe.

Konkret hat sich das so gezeigt: Ich habe unter "Buchstaben und mehr" den Anfang einer Geschichte über Jonas und ein magisches Kaleidoskop gepostet und daraufhin viele liebe Antworten erhalten. In diesen Antworten drückten die Schreiber ihre Begeisterung und Lesefreude aus sowie ihre Vorfreude auf eine Fortsetzung. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut. Allerdings haben sich auch noch andere Gefühle in diese Freude gemischt, und die sind es, um die es mir hier geht, weil ich sie selbst nicht so recht verstehe.

Sobald diese positiven Rückmeldungen kamen, die meinen Text als etwas "Besonderes" behandelten, bin ich innerlich auf Distanz gegangen. Obwohl ich vorher meinen Text irgendwie mochte (sonst hätte ich ihn hier gar nicht eigestellt), dachte ich plötzlich nur noch: "Das ist aber jetzt wirklich eine übertriebene Reaktion. So etwas kann doch im Prinzip jeder schreiben und neu ist daran sowieso nichts. Eigentlich ist es eine reine Versatzstück-Kollage. Nee, das ist nicht der Text, den ich schreiben will".

Seitdem bin ich mit dem Text, an dem ich sonst einfach zum Spaß herumgeschrieben habe, nicht weitergekommen. Irgendwie blockiere ich mich also selbst, aber ich verstehe einfach nicht warum. Üblicherweise wirken doch Bestätigungen motivierend!

Dies ist ein Beispiel, aber Ähnliches erlebe ich öfter. Ich muss dazu sagen, dass mir das nicht in allen Lebensbereichen so geht: Berufliche Anerkennung verunsichert mich z.B. nicht. Auch dort, wo Kreatives mehr ins Handwerkliche geht (wie z.B. beim Patchworkdecken-Nähen) freue ich mich einfach ungetrübt über positive Rückmeldung und finde meine "Werke" selbst weiterhin schön. Aber beim Schreiben von Texten oder Musikstücken, in denen mehr von mir zum Ausdruck kommt, bringen mich positive Rückmeldungen immer dazu, selbst zu meiner schärfsten und vor allem destruktivsten Kritikerin zu werden.

Könnt Ihr mir vielleicht dabei helfen, diese Reaktion analysierend aufzudröseln. Ich würde gerne einen Weg finden, der mich aus dieser Selbstblockade herausführt!

Mit bestem Dank für's Lesen grüßt Euch herzlich
Eure Chaja
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  #2  
Alt 11.02.2012, 10:42
Forenexperte
 
Registriert seit: 29.07.2011
Beiträge: 1.066
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Was ich mir vorstellen könnte ist, dass du dir einen inneren Erfolgsdruck aufbaust. "Jetzt hat ihnen der Taxt gefallen, und jetzt muss ich mindestens so gut schreiben wie vorher." Klar behindert sowas in der Kreativität.
Warum sollte der zweite Text schlecht sein? Das Talent hast du ja.
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  #3  
Alt 11.02.2012, 11:39
_Yule
Gast
 
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hallo Chaja, ich bin in den Schreiberlingfäden nicht unterwegs, daher also völlig ahnungslos, was du wie geschrieben hast, daher also auch völlig unbeeinflusst davon.

Der "Erfolgsdruck", den Reifende beschreibt, ist das eine, was mir dazu einfiel. Das andere: kann es sein, dass Schreiben für dich ein intimerer Ausdruck ist, als andere kreative Dinge?

Ich habe z.B. (fast) kein Problem, vor Publikum zu tanzen. Wenn ich aber was mit Stimme machen soll, dann ist das für mich viel mehr das Gefühl mich zu "outen", das geht vielmehr an die Persönlichkeit. Kann es so was in der Art vll sein?
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  #4  
Alt 11.02.2012, 11:39
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Chaja, ich habe weder deine Geschichte noch die Reaktionen darauf gelesen. Hab sie auf den letzten Seiten nicht gefunden, und war dann zu faul, sie zu suchen.

Ich lasse mal so ein paar Ideen hier, was die Schreibblockade ausgelöst haben könnte.


Du hattest VORHER schon eine Schreibblockade, bzw war schon VORHER unklar wie der nächste Teil der Geschichte aussehen soll. Durch das Lob der Leser wurde zwar eventuell die Schreiblust wieder angefacht oder verstärkt, aber du weisst zur Zeit nicht so richtig, wie das Leben deiner Figuren weiter gehen soll...

Bis zum vorzeigen des ersten Teils deiner Geschichte hier im Forum, ging es nur um deinen Spaß und deine Freude an der Geschichte. Nun kommt Publikum dazu, und das ganze wird sozusagen ein bisschen ernster. Vielleicht sieht man selbst sein Werk dann auch mit anderen Augen. Man muss dann eventuell auch aufpassen, dass man sich bei der Fortsetzung nicht verbiegt, um diesem Publikum dann gefallen zu wollen.

Wenn das Lob nicht ernst gemeint war, sondern eher als Lobhudelei daher kam, würde das bei mir auch eventuell das Gegenteil von dem erreichen, was es eigentlich sollte.

Liebe Grüße
Florida
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  #5  
Alt 11.02.2012, 11:50
Benutzerbild von Spunk
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Zitat:
Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
Sobald diese positiven Rückmeldungen kamen, die meinen Text als etwas "Besonderes" behandelten, bin ich innerlich auf Distanz gegangen. Obwohl ich vorher meinen Text irgendwie mochte (sonst hätte ich ihn hier gar nicht eigestellt), dachte ich plötzlich nur noch: "Das ist aber jetzt wirklich eine übertriebene Reaktion. So etwas kann doch im Prinzip jeder schreiben und neu ist daran sowieso nichts. Eigentlich ist es eine reine Versatzstück-Kollage. Nee, das ist nicht der Text, den ich schreiben will".

Seitdem bin ich mit dem Text, an dem ich sonst einfach zum Spaß herumgeschrieben habe, nicht weitergekommen. Irgendwie blockiere ich mich also selbst, aber ich verstehe einfach nicht warum. Üblicherweise wirken doch Bestätigungen motivierend!
Liebe Chaja,

mir kommt beim Lesen Deines Postings ein Gedanke in den Kopf, der auf den ersten Blick vielleicht nicht viel mit Deiner Frage zu tun hat... vielleicht aber doch (kann es selbst noch nicht genau formulieren).

Kannst Du sagen (um bei dem Beispiel mit der Geschichte um Jonas zu bleiben), wie Dein Verhältnis zu Jonas zu dem Zeitpunkt war, als Du noch "unbeobachtet" an der Geschichte geschrieben hast, und wie Du es jetzt beschreiben würdest, wo "von außen" Interesse an einer Fortsetzung besteht (sich also auch so etwas wie ein Druck aufbaut)?

Hm... ist Deine Fähigkeit, Dich in Jonas hinein zu versetzen verloren gegangen (oder auch nur momentan nicht greifbar)? Kannst Du noch den Wunsch und die Lust sehen, seine Erlebnisse weiter auszugestalten (brennst Du noch für die Geschichte), oder hast Du jetzt einen Abstand, eine Distanz zu ihm und siehst nur noch das Schreiben selbst?

Wie geht es Dir mit Deinen Gedanken an Jonas? "Spricht" er noch in Dir? Und... kannst Du die Verbindung zu ihm wieder herstellen?...

Kannst Du Dir vorstellen, Dein Augenmerk vom Handwerk selbst (dem Schreiben) wieder weg zu nehmen und Dich neu auf das zu fokussieren, was Jonas durch Dich ausdrücken will?

Wie gesagt... ich kann nicht genau formulieren, was ich damit sagen will. Vielleicht, die Verbindung zum Außen zu kappen und die Verbindung zum Innen, dorthin, wo die Geschichten entstehen, wieder aufzunehmen.

LG
Spunk


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  #6  
Alt 11.02.2012, 11:53
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@Yule und Florida: http://www.forum-treffpunkt-leben.de...einblicke.html
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  #7  
Alt 11.02.2012, 11:59
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(Danke Spunk, ich habe jetzt den thread gelesen!)

Spunk, willst du vielleicht so in etwa sagen, dass die Geschichte "vom Herz in den Kopf" gerutscht ist?
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  #8  
Alt 11.02.2012, 12:07
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@Florida: ja, das trifft es ganz gut. Danke für's "aus-formulieren".

LG
Spunk

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  #9  
Alt 11.02.2012, 12:11
...
 
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Liebe Chaja,

ich füge dieses Zitat von Dir aus dem Lucia Faden ein, in dem Du Bezug auf die Jonas Geschichte nimmst:
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Zitat:
Zitat von Chaja
(...)Wenn ch ganz, ganz ehrlich bin, wird die Schreibfreude bei der Jonas-Geschichte immer von einer gewissen Schreibunzufriedenheit überlagert. Diese rührt daher, dass diese Geschichte aus meiner Sicht nicht viel Eigenes hat. Geschichten wie diese gibt es massenhaft und entsprechend leicht lassen sie sich schreiben. Ich komme mir beim Schreiben viel zu klischeeverhaftet vor
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Als ich diese Worte von Dir las, habe ich in sie -bitte nimm es mir nicht übel- schriftstellerische Standesdünkel hinein interpretiert. Ich übertreibe zur Verdeutlichung: "Mit sowas Popeligem wie dieser Geschichte willst Du Dich eigentlich nicht abgeben. Die Geschichte ist nicht Besonders genug. Kann doch jeder. Du kannst mehr."

Was ich damit sagen will, vielleicht geht es nicht so sehr um die positive Rückmeldung, sondern darum, dass, wenn Du etwas in Deinen Augen Klischeehaftes, Banales, Popeliges geschaffen hast, es keine positive Wertschätzung verdient und geben darf, weil Du es ja schon als nicht lobenswürdig eingestuft hast. So nach dem Motto: Du hast den Maßstab gesetzt, was lobenswert ist und was nicht.
Es ginge demnach nicht um fremdes Lob, sondern um Deine eigene Werte.




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  #10  
Alt 11.02.2012, 12:33
Guter Geist
 
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Zitat:
Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
Seitdem bin ich mit dem Text, an dem ich sonst einfach zum Spaß herumgeschrieben habe, nicht weitergekommen. Irgendwie blockiere ich mich also selbst, aber ich verstehe einfach nicht warum. Üblicherweise wirken doch Bestätigungen motivierend!
Ja schon, aber die Bestätigung muß ja auch aus der "richtigen Ecke " kommen. Bei aller Wertschätzung der hier Schreibenden, aber vielleicht fällt die Kritik etwas zu wohlwollend aus, und wird deshalb von Dir nicht so ernst genommen?
Angenommen, Du schickst das bisherige Manuskript an einen Verlag und die schicken Dir gleich einen Vertrag mit zurück, würdest Du dann auch noch sagen, im Grunde ist das nix, was ich schreibe?

Ich bin mir darüber im Klaren, dass es schon Bestseller gegeben hat, die von x-Verlagen abgelehnt wurden, und es Bücher gibt, die eine gute Kritik haben, aber im Grunde Schrott sind.

Das Phänomen, dass man nach positiver Kritik einen Motivationsverlust erleidet hängt vielleicht ein ganz klein bisschen damit zusammen, dass sich der Mensch die Neigung hat, sich auf Lorbeeren auszuruhen.
Interessant wäre in diesem Zusammenhang, ob Du bei einem Verriß Deines Textes umso mutivierter wärsest weiterzuschreiben.
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