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Persönlichkeitsentwicklung Lebensfreude, Glück, Erfolg, Zufriedenheit, persönliches Wachstum, sein Potenzial entfalten... darum geht in dieser Rubrik.

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  #1  
Alt 10.12.2011, 18:57
Schreiberling
 
Registriert seit: 04.07.2011
Alter: 32
Beiträge: 94
Standard Minderwertigkeitsgefühle, mangelndes Selbstwertgefühl

Hallo,

das Thema gibt es hier sicher schon mehrfach, ob direkt oder indirekt, aber ich mache dennoch ein neues Thema auf, da ich es sehr anstrengend finde, mich durch komplette Threads zu lesen und ein frisches Gespräch mich doch mehr reizt.

Ich vergleiche mich oft mit anderen Menschen und ziehe da oft den kürzeren. Es gibt auch viele Menschen, bei denen ich rein gar nichts entdecke, wodurch ich meine eigene Existenz in Frage gestellt sehe, aber bei anderen passiert es halt doch, dass ich denke: dieses Leben ist interessanter als meines oder lebenswerter, sinnvoller...

Ich selbst hinterfrage dann mein eigenes Leben und habe das Gefühl, dass es langweilig ist, trostlos. Ich lebe in einer Partnerschaft, in der ich glücklich bin, aber ich habe eine Büroarbeit, bei der ich weiß, sie hat nichts mit mir zu tun und ich mache sie nur, weil mir nichts besseres einfällt bzw. ich auch vor größeren Veränderungen Angst habe, Angst, doch zu scheitern oder dass es doch nicht das richtige wäre... aber wie gesagt, fällt mir nicht einmal etwas konkretes ein, von dem ich denke, das ist das richtige für mich. Es ist aber auch nicht so, dass mir die Büroarbeit gar keinen Spaß machen würde. Ich finde sie schon ganz okay. Ich glaube, es ist eher so, dass ich denke, ich müsste etwas "weltbewegenderes" tun, weil das besser angesehen wäre.

Ich habe einen sehr kleinen Bekanntenkreis, das war schon immer so. Lesen ist meine Leidenschaft, außerdem liebe ich Musik. Aber Hobbies habe ich nicht, engagiere mich für nichts und habe auch sonst nichts interessantes vorzuweisen.

Was kann ich tun, um dieses Minderwertigkeitsgefühl zu verringern oder sogar ganz loszuwerden? Ich weiß, dass das ein sehr komplexes Thema ist, aber vielleicht gibt es ja doch ein paar grundlegende Sachen, die Euch einfallen. Ich habe schon viel gelesen, aber es gibt so viele Ansätze und Methoden, so viele Hinweise dazu, woran so etwas liegen kann, dass ich den Überblick verloren habe.

Auch Eure eigenen Probleme mit dem Thema interessieren mich.

Viele Grüße, Sonnige
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  #2  
Alt 10.12.2011, 19:09
Guter Geist
 
Registriert seit: 28.05.2007
Beiträge: 10.839
Standard

Zitat:
Zitat von Sonnige Beitrag anzeigen
. Aber Hobbies habe ich nicht, engagiere mich für nichts und habe auch sonst nichts interessantes vorzuweisen.
Zitat:
Zitat von Sonnige Beitrag anzeigen
Ich habe schon viel gelesen, aber es gibt so viele Ansätze und Methoden, so viele Hinweise dazu, woran so etwas liegen kann, dass ich den Überblick verloren habe.
Siehst Du den Widerspruch?
Viel gelesen und nichts interessantes vorzuweisen?
Vielleicht neigst Du dazu Dein Licht unter den Scheffel zu stellen.

Wer nichts vorzuweisen hat, stellt Fragen wie Du sie stellts erst gar nicht.
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  #3  
Alt 10.12.2011, 19:24
Mensch
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Was ist an deinem Leben weniger wert als an dem anderer?
Partnerschaft,Beruf, Ausgefülltsein durch Lesen und Musik; viele würden sich die Finger danach lecken.
Ich habe aufgehört, mich mit anderen zu vergleichen.
Ich lebe mein Leben, das ist mit keinem anderen vergleichbar.
Lebe doch einfach!
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  #4  
Alt 10.12.2011, 19:59
Schreiberling
 
Registriert seit: 04.07.2011
Alter: 32
Beiträge: 94
Standard

Hubert, danke für Deine Antwort. Meinen Mitmenschen habe ich schon etwas zu bieten, finde ich, seelisch und auch geistig. Auch Dir danke, Mensch. So, wie Du es schreibst, klingt es wirklich gut!

Wieso habe ich dann aber immer wieder diese Gedanken? Meint Ihr, eine Änderung in der Sichtweise lernen, ist das Beste, was ich tun kann?

Mir ist noch eingefallen, vielleicht liegt dieser Komplex bei mir gerade am Lesen von einiger Literatur zum Thema, weil einem da immer suggeriert wird, man müsse "sich selbst verwirklichen", vor allem beruflich.
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  #5  
Alt 10.12.2011, 20:12
Guter Geist
 
Registriert seit: 28.05.2007
Beiträge: 10.839
Standard

Zitat:
Zitat von Sonnige Beitrag anzeigen
Mir ist noch eingefallen, vielleicht liegt dieser Komplex bei mir gerade am Lesen von einiger Literatur zum Thema, weil einem da immer suggeriert wird, man müsse "sich selbst verwirklichen", vor allem beruflich.
Man muß das nicht, aber es macht durchaus Spaß, sich mit Dingen zu beschäftigen, die einem liegen.
Das sollte man aber völlig unabhängig davon sehen, ob so etwas gesellschaftlich anerkannt ist oder nicht.
Viele machen ja bestimmte Dinge, weil es einen Status oder derleichen mit sich bringt.

Die erste Frage sollte sein, bin ich mit dem was ich tue glücklich und zufrieden, weniger, wie sehen andere das und wird es als wertvoll gesehen.
Wir richten uns im allgemeinen zu sehr an das Urteil anderer. Das führt zur unnötigen Anpassung, bis hin zum Duckmäusertum.
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  #6  
Alt 12.12.2011, 16:12
Viel-Schreiberling
 
Registriert seit: 06.05.2008
Beiträge: 30
Standard

Ich kenne das, ich hab auch oft das Gefühl etwas "weltbewegenderes" tun zu müssen. Die Ursache ist bei mir glaube ich auch, zumindest "irgendwo in meinem Kern", dass ich etwas tun möchte wodurch andere zu mir aufsehen. Natürlich stimmt das, dass viele Menschen sich zu sehr mit anderen vergleichen, manche vielleicht mehr manche weniger. Ich gehöre glaube ich eher zu denen die sich mehr vergleichen. Ich weiß natürlich, dass das schädlich ist. Zumindest für mein Selbstwertgefühl.
Auf der anderen Seite könnte das ja auch was nützliches sein für meine Mitmenschen. Wenn ich zum Beispiel Geld spende, oder bei einer Hilfsorganisation aktiv werde oder solche Dinge eben. Natürlich macht man das dann vielleicht "nur weil man ein höheres Ansehen genießen möchte". Aber ist das nicht egal?
Es hat ja etwas ungemein positives in der Welt bewirkt...

Ich finde wenn gesagt wird, "man soll sich nicht so sehr mit anderen vergleichen" stellt man das so dar, als ob man das einfach an oder ausschalten kann wie man möchte. Ich glaube eher, dass vergleichen einfach eine Art "soziales Programm" ist, dass uns als soziales Wesen von der Evolution in unserem Gehirn abgespeichert wurde. Ob man sich das "abtrainieren" kann weiß ich nicht, mir ists bisher jedenfalls noch nicht gelungen.
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  #7  
Alt 12.12.2011, 16:44
_Yule
Gast
 
Beiträge: n/a
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hallo Sonnige,

Zitat:
Es ist aber auch nicht so, dass mir die Büroarbeit gar keinen Spaß machen würde. Ich finde sie schon ganz okay.
kannst Du das präzisieren, was genau Dir an Deiner Arbeit gefällt? Teamarbeit? die Struktur? die Routine? die Sicherheit? die Regelmäßigkeit?

Das sind alles Dinge, die schon mal was über Deine Bedürfnisse aussagen.

Zitat:
und habe auch sonst nichts interessantes vorzuweisen.
Diese Aussage setzt aber voraus, dass Du schon eine Vorstellung davon hast, was interessant ist. Auch wenn Du glaubst, das wäre in den Augen Anderer interessant, sagts im Grunde doch hauptsächlich was über Dich aus
Also: was wäre denn was Interessantes zum vorweisen, was Du nicht hast?

Zitat:
weil das besser angesehen wäre
Was erhoffst Du Dir eigentlich davon, wenn Du besser angesehen wärst? Was ist Dein eigentliches Bedürfnis?

Hättest Du gern mehr Anerkennung? Durch Status? Durch Dein Wort? Durch Deine Erscheinung?
Was glaubst Du: welche Anerkennung, die Du Dir selbst nicht geben kannst, könnte Deinen gefühlten Selbstwert erhöhen?

Zitat:
Was kann ich tun, um dieses Minderwertigkeitsgefühl zu verringern oder sogar ganz loszuwerden
Dich nicht weiter mit dieser Art der Fragestellung rumschlagen. Das ist nämlich das gleiche, wie wenn ich zu Dir sage: denk nicht an einen rosa Elefanten? An was denkste dann?

Eben An etwas denken, über etwas nachgrübeln, sich mit etwas beschäftigen - das bedeutet: etwas mit Energie füttern. Und da, wo ich meine Energie, also meine Aufmerksamkeit hingebe, das verstärkt sich logischer weise.

d.h. Du könntest z.B. die Fragestellung ändern: z.B. was könnte ich mir Neues ins Leben holen?

Guck Dich mal um, was Du außerhalb Deiner gewohnten Bahnen entdecken kannst. Vll kannst Du die eine oder andere Grenze von Dir mal etwas erweitern (ich will nicht sagen, überschreiten).
Bei mir war es z.B. Bühnenarbeit, das mir immens viel an Selbstvertrauen brachte. Und auch Theaterarbeit generell (muss gar nicht mit Bühne verbunden sein) kann sehr stärkend wirken, weil es im Grunde eine ganzheitliche Körperarbeit ist.

Es kann auch Yoga, Tai Chi, Qui Gong usw sein, das Dich mehr zu Dir bringt, und längerfristig gesehen auch mehr in Dir ruhen lässt, so dass der Blick von Außen an Bedeutung verliert.

Oder Du machst mal eine Reise allein, einfach ins Blaue rein.

Alles, was praktisch ein Ausgleich, ein Gegensatz zu dem ist, was Du in Deinem Alltag tust, könnte eine Erweiterung sein, durch die Du Dich selber mal von einer anderen Seite besser kennen lernst und Dich selber vll auch wieder spannend findest. Dann hörst Du auch auf Dich zu langweilen oder Dein Leben langweilig zu finden Hör mal in Dich rein, guck mal in der Welt herum, nach Dingen, die DU als HERAUSFORDERUNG empfindest. Wenn die Frage im Hinterstübchen auftaucht, wie dies wohl von der Allgemeinheit angesehen wird, dann sag dieser Frage, dass sie jetzt mal Sendepause hat und sich in die letzte Bank verkrümeln soll. Oder schick sie in Urlaub

Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein wachsen durch Herausforderungen. Und das ganze ist Dir dann bestimmt auch sehr viel selber wert, da hart erarbeitet
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  #8  
Alt 12.12.2011, 22:20
Schreiberling
 
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Alter: 32
Beiträge: 94
Standard

Tim, die Überlegung des "sozialen Programms" finde ich überzeugend. Ganz abtrainieren kann man es sich wahrscheinlich kaum, aber darauf achten, wann das Programm wieder aktiv ist, ist ja auch schon mal etwas. Dann kann man bewusst dagegen steuern.

Yule, danke für die vielen Fragen! Ich werde mir diese selbst zu beantworten versuchen, denn ich habe beim Lesen gleich gemerkt, dass da etwas in mir angesprochen wurde. Beim Punkt "sich nicht damit beschäftigen" habe ich innerlich gleich protestiert, weil das mein Problem ja nicht löst, aber da hast Du auch gleich eine gute Alternative dagegen gehalten. Ich habe ja auch schon erlebt, wie gut es mit tut, wenn ich mal etwas Neues probiere...

Danke an Euch alle für die Anregungen
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  #9  
Alt 12.12.2011, 22:23
_Yule
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
sich nicht damit beschäftigen
ach herrje, Sonnige, das soll aber nicht "verdrängen" heissen. Aber ich glaube, Du hast das schon erfasst, wie ich es gemeint habe.
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  #10  
Alt 13.12.2011, 07:40
Stammbesucher
 
Registriert seit: 27.10.2010
Ort: NRW
Beiträge: 538
Standard

Guten Morgen!

Danke, Yule, für deinen Beitrag Nr. 7. Nichts Neues, aber ich fand es gut, das Gesagte - Stichworte: Neues / Herausforderung - nochmal vor Augen geführt zu bekommen.

Viele Grüße
energy
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