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#1
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| Hallo, ich habe ja schon ein bisschen im Forum geschrieben und stelle mich nun vor. Ich bin 42 Jahre alt, männlich und Asperger Autist. Dass ich Autist bin, habe ich erst vor 3 Jahren diagnostiziert bekommen. Das war mir damals sehr wichtig, ich wollte wissen, warum ich so anders bin. Die Diagnose hat mich nicht gerade glücklich gemacht, auch wenn sich daraus viele Ungereimtheiten und Problematiken gelöst haben. Ich wurde als Asperger Autist geboren und bleibe es mein Leben lang. Ich erwähne es hier, weil ich mich oft anders ausdrücke und ihr, als Mitglieder dieses Forums, gleich wissen sollt, warum das so ist. So gesehen, eine kleine Präventivmaßnahme. ![]() Vor gut 16 Jahren begann ich damit an mir selbst intensiv zu arbeiten, teilweise mit therapeutischer Hilfe, teilweise ohne. Damals hatte ich einen gefühlten Berg in der Höhe des Mount Everest vor mir. Heute ist dieser gefühlte Berg so hoch wie die Zugspitze. Immer noch sehr hoch und wer nur diesen Berg sieht, denkt womöglich, dass es unmöglich ist, ihn abzuarbeiten. Doch ich weiß, dass ich eben schon gefühlte 6000 Meter abgearbeitet habe und da werde ich diese letzten 2000 Meter auch noch schaffen. ![]() Seit 34 Jahren habe ich zum Teil schwere Depressionen und Angststörungen. Therapien und Medikamente haben immer nur kurzfristige Erleichterungen von ein paar Jahren gebracht. Danach kam die ganze Hölle zurück, oft doppelt und dreifach, so wie beim Jojoeffekt durch Diäten. Seit ein paar Wochen habe ich eine kognitive Verhaltenstherapie im Alleingang begonnen, ohne Therapeuten, nur mit einem Buch. Das ist für mich besser, als mich zusätzlich auch noch mit einem Therapeuten abzusabbeln. So kann ich mein Tempo selbst bestimmen. Das Buch wirkt bereits und ich habe zeitweilig wirklich die Hoffnung, meine Depressionen eines Tages besiegen zu können. Ich möchte das, auch wenn ich mir die Frage gestellt habe, was mache ich eigentlich ohne Depressionen? Wird mir etwas fehlen? Wie wird mein Leben dann sein? - Komische Fragen, aber ich kann mich an ein Leben ohne Depressionen nicht mehr erinnern. Depressionen sind nicht nur seelisch, sie sind auch körperlich und betreffen meinen gesamten Organismus. Ich beschreibe Depressionen immer gern so: Stell dir vor, du nimmst aus einem fahrenden Auto den Motor raus. - Du kannst damit weiter rollen, kleine Hügel überwinden, aber an den großen Bergen scheitern. Warum bin ich hier? Nun, als Autist ist meine größte Schwäche die zwischenmenschliche Kommunikation. Ich halte Ironie für Lügen und verachte Sarkasmus. Ich kann inzwischen darüber hinweg sehen und muss diejenigen nicht gleich bekriegen. Ich kann mit den in Ironie und Sarkasmus enthaltenen Informationen nichts anfangen, bzw. ich erkenne sie nicht. Wer etwas von mir will, sollte es direkt sagen/schreiben. Genauso wenn ich einen Fehler mache, sags/schreibs mir und zieh mich nicht durch den Kakao zur Belustigung anderer. Ich sehe das Forum hier als eine Herausforderung für mich, um mich in zwischenmenschlicher Kommunikation zu verbessern und um mich meinen Ängsten gegenüber fremden Menschen zu stellen. Ich denke, dass den Begriff Asperger Autismus jeder, der Interesse hat, im Netz nachlesen kann und wer Fragen hat, kann mich jederzeit fragen. ![]() Und auch wenn es wie ein Widerspruch klingt, denn am liebsten bin ich für mich, so können auch Autisten sich einsam fühlen und ich fühle mich oft sehr einsam. Auch ich sehne mich wie jeder andere Mensch auch, nach einem Freund/in (keine sexuelle Beziehung), mit dem man reden kann, wo man sich mal anlehnen kann und dem man zuhört. Doch, wenn man das Haus nicht verlässt, kann man niemanden kennen lernen... Es kann mal vorkommen, dass ich Tage, Wochen oder Monate nicht schreibe und dann plötzlich wieder da bin. Ich habe in diesen Zeiten einfach keine Kraft zu schreiben. Ich hoffe, dass ich deswegen dann nicht gleich gelöscht werde. Auch muss ich erwähnen, dass ich meistens eine gewisse Zeitspanne zum Antworten brauche, da ich mir meine Antworten genauestens überlege. Dafür könnt ihr euch dann auch sicher sein, dass ich euch stets gewissenhaft antworte. Condor |
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#2
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| Lieber Condor, sei erst einmal herzlich willkommen im Forum! Ich finde es schön, dass du den Weg hierher gefunden hast. ![]() Ich habe da auch direkt eine Frage, wenn es für dich nicht zu persönlich ist: Du schreibst, dass du unter anderem Probleme hast Ironie und Sarkasmus zu erkennen... gilt dies nur für diese beiden Dinge, oder trifft das eventuell auch generell bei "bildhafter Sprache" zu? Also dass es schwer fällt, bildlich gemeinte Sätze zu verstehen, weil du eher wörtlich denkst? Ich frage aus dem Grund, weil ich vor nicht langer Zeit mal einen Artikel gelesen habe (weiß leider nicht mehr wo), dass es Autisten gibt, die tatsächlich alles sehr wörtlich verstehen und den "Bild-Sinn" dahinter nicht sofort erkennen. Und eben diese haben auch das Problem mit Ironie und Sarkasmus. Und da fänd' ich es für mich interessant zu wissen, in wie fern ich künftig auf meine Sprache achten sollte, wenn ich mich dir gegenüber verständlich ausdrücken möchte. Ich schreibe halt gern sehr "bildhaft", und da wäre es gut, wenn ich im Vorfeld weiß, ob das für dich so in Ordnung geht oder ich von "bildhaft" auf "wörtlich" wechseln sollte. Liebe Grüße, ich freue mich auf deine Beiträge, - Vespi |
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#3
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| lieber condor, auch ich möchte dich herzlich hier im forum willkommen heissen und freue mich, auf diesem weg deine bekanntschaft zu machen. der begriff asperger autismus ist mir vor kurzem in einem gespräch begegnet, indem eine bekannte von ihrem sohn sprach. der junge ist im teenageralter und steht nun kurz vor ausbildungsbeginn. ich habe ihn ein paar jahre nicht mehr gesehen, empfand ihn früher einfach als ruhig. sein grösserer bruder hat aber adhs und gegen solche kinder, wirken andere schnell mal ruhig. was ich dich fragen wollte, gibt es einen unmittelbaren zusammenhang zwischen deiner diagnose und den depressionen? wie muss ich mir dein leben bis zur diagnose vorstellen? so in dem stil, dass du immer "wusstest", dass du anders bist, aber nicht warum? für deine therapie wünsche ich dir alles gute. es wäre toll, wenn du zu einem späteren zeitpunkt mal mehr darüber berichten könntest. |
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#4
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| Grüß Dich, Condor.... bei mir stand mal eine ähnliche Diagnose im Raum (Asperger) Das war zu meiner Zeit als sehr junges Mädel, als ich auf einmal das Sprechen einstellte. Es wurden Tests gemacht und einiges festgestellt, jedoch kein Asperger. Dennoch habe ich mich, im Zuge der Aufarbeitung meiner persönlichen Geschichte, etwas eingehender damit auseinandergesetzt und festgestellt, dass ich, auch wenn ich nicht in das autistische Interaktionsmuster falle, so doch einiges sehr gut nachempfinden kann, weil es latent vorhanden ist in mir. Mir ergeht es auch oft so, dass ich Leute missverstehe, die sich eines ganz bestimmten (ausufernden) Stiles bedienen. Bei mir sind das mit unklar gesetzen Fremdwörtern überfrachtete Texte, die ich zwar rein formal (fragmentiert in einzelne Termini) verstehe, deren eigentliche Aussage ich jedoch nicht zu erfassen vermag, unter all dem -für mich- verwaschenen Wortsalat. Mich können unpräzise, rhetorische Kapriolen wirklich verwirren, wobei ich mich oft selbst darin verfange. Mittlerweile bin ich jedoch überzeugt, dass die meisten Menschen irgendeinen "kommunikativen Pferdefuß" aufweisen, was mir jedoch erst offenbar wurde, seit ich Kommunikation überhaupt wieder in einem Maße zulasse, die das Nötigste übersteigt. Langer Rede kurzer Sinn: Je mehr man sich isoliert, um so mehr meint man, dass man Defizite hätte. Wagt man sich wieder an die Menschen, merkt man recht schnell, dass diese jeder hat. Die Kunst ist es wohl, dennoch einen Weg zueinander zu finden. Manchmal klappt das ganz gut und manchmal eben auch mal nicht, was mE auch kein Beinbruch ist. Man hat ja mehrere Versuche.... In diesem Sinne >>> Welcome. ![]() Grüßle Legendenwind |
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#5
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| Hallo Condor, auch von mir ein herzliches Willkommen! Ich hoffe, Du wirst Dich hier im Forum wohlfühlen! Es beeindruckt mich sehr, wie Du Dich Deinem Leben stellst! Auf einen interessanten Austausch mit Dir freut sich Chaja |
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#6
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| Hallo Vespi, ich denke zu 100% in Bildern. Mein Kopf ist ein Permanent-Kino. Also alles, was ich mir vorstelle, auch das, was ich sagen will, läuft vorher in meinem Kopf als Bildfilm ab. Bei Nicht-autistischen Menschen (von Autisten NTs = neurotypische Menschen genannt) ist es so, dass sie wohl überwiegend in Wörtern denken. Früher habe ich fast alles wortwörtlich genommen, inzwischen hab ich gelernt, dass ich zwei Mal hinschaue, hinhöre. Ich denke, Du schreibst erst ein Mal, wie Du immer schreibst und wenn ich Fragen dazu habe, werde ich fragen. ![]() Hallo just me, ich wurde als Kind von meinen Eltern aus Unwissenheit zum einen und aus der Tatsache, dass sie schwarze Pädagogik gelebt haben, emotional missbraucht. Meine Eltern glaubten, dass ich ein böses Kind war, dass es durch diverse Strafen zu einem folgsamen Kind zu erziehen galt. Ich weiß nicht, ob ich durch diese Behandlung und dem Autismus depressiv geworden bin und ob ich vielleicht etwas anderes bekommen hätte, wenn ich kein Autist wäre. Ich denke aber, dass die Art und Weise, wie ich erzogen worden bin, bei jedem Menschen einen gewissen Schaden hinterlassen hätte. Mit meinen Eltern habe ich nach 14 Jahren Verarbeitung meinen Frieden gemacht. Ich konnte plötzlich verstehen, warum sie aus ihrer Sicht gehandelt haben, wie sie gehandelt haben. Meine Mutter versucht inzwischen mich besser zu verstehen und begreift, dass sie damals sehr schlimme Fehler gemacht hat. Mein Leben bis zu meiner Diagnose war chaotisch und emotional katastrofal. Meine Ansichten und Meinungen schwankten von einem Tag zum anderen um 180 Grad, meine Laune genauso. Es war nicht nur für die anderen um mich herum und in Internetforen anstrengend, es war auch für mich anstrengend, denn was ich auch tat, was ich auch versuchte, ich konnte nicht anders handeln, als ich gehandelt habe. Ich war innerlich zerrissen, ich gehörte nirgendwo dazu, es gab mehr Menschen, die mich hassten und verachteten, als welche, die mich mochten. Und dann kam diese Diagnose und ich wollte kein Autist sein. Aber so nach und nach ergab so Vieles einen Sinn. Und als ich begriffen hatte, dass ich nichts dafür konnte, wie ich so bin, konnte ich damit beginnen, mich näher zu betrachten und mich vielleicht auch manchmal zu mögen. Autismus wird vererbt. Und das war schon sehr ironisch, da meine Eltern ja an mir genau das hassten, was sie an sich selbst nicht ertragen konnten. Meine Eltern haben beide autistische Züge, ohne dabei Autisten zu sein. So geht es vielen Leuten. Meine Eltern haben zwei Kinder, meine Schwester ist 100% nicht autistisch und ich bin es ganz. Hallo Legendenwind, das ist eben bei Autisten anders, je mehr die sich isolieren, desto wohler fühlen sie sich, auch wenn man sich dabei gleichzeitig einsam fühlen kann. Je mehr ich meinen Hobbys nachgehe und denen gehe ich nur allein nach, die würde ich auch mit niemanden teilen, bin ich zufrieden und glücklich. Je mehr ich rausgehen muss, desto gestresster bin ich. Jeder Kontakt mit anderen Menschen (egal ob bekannt oder Familie oder fremd) stresst mich. Es ist noch ein ziemliches Problem für mich, einfach mal einkaufen zu gehen, obwohl ich es tu, tun muss. Ich bin der geborene Mensch für jeden Lieferservice! ![]() Momentan ist es dann noch so, dass ich innerlich verschwinde. Ich verstecke mich vor anderen Menschen, weil ich so viel Angst habe. Angst, sie könnten über mich tuscheln oder lachen, was immer wieder passiert, weil ich in den Augen anderer Menschen scheinbar sehr komisch aussehe (ok, ich bin sehr stark übergewichtig, aber nicht jeder Dicke wird ausgelacht). Dadurch bekomme ich dann noch mehr Angst und der Teufelskreis ist wieder da. Durch die Depressionen verlangt es mich auch nicht nach Aktivität und jede Aktion ist mit einer Überwindung verbunden. Ich kenne auch die kleinen Tricks, wie böse gucken und sich gerade machen und dann lacht auch tatsächlich keiner mehr, ich glaube, die haben dann eher Angst vor mir und das will ich ja auch nicht. Hallo Chaja, ich stelle mich nicht immer, es gibt auch immer wieder Zeiten, in denen ich einfach liegen bleibe. Ich versuche das nicht mehr zuzulassen, weil ich dann immer körperlich sehr krank werde. Ein Leben lang zu ackern und zu arbeiten und sei es nur an sich selbst, ist einfach anstrengend. Und ganz nebenbei habe ich auch noch ein Leben, eine kleine Familie, die mich immer sehr braucht, gerade weil ich mutig und stark bin. Deswegen habe ich mir kleine Wochenendauszeiten erarbeitet, wo ich ganz allein wegfahre, nur für mich bin, für ein Wochenende. Das tut mir gut. Condor |
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#7
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| lieber condor, danke für deine ausführliche antwort. deine kindheit hört sich richtig kompliziert an. umso schöner finde ich es, dass du mit deinen eltern frieden geschlossen hast. die gründe für die entstehung einer depression liegen wohl nur bei dieser einen sorte, die unmittelbar auf ein trauma folgt, klar auf der hand. obwohl ich mich damit nicht sehr gut auskenne, denke ich, dass heilung möglich ist, auch ohne die exakten ursachen zu kennen. dein leben bis zur diagnose klingt wirklich ziemlich chaotisch. gibt es eine behandlung für deinen autismus? oder bleibt da nur die kognitive verhaltenstherapie um aus deiner isolation heraus zu kommen? mich freuts heute einfach, wie fleissig du hier schon am schreiben bist |
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#8
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| Hallo Condor! Dein Nick ist interessant. Mir ist gleich das Lied dazu eingefallen. Ein großer Vogel, der in luftigen Höhen seine Kreise zieht. Du siehst viel, was andere gar nicht erkennen können. El condor pasa - PERU - YouTube Eine gute Zeit! Grüße, Lavendel |
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#9
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| Hallo just me, kompliziert würde ich meine Kindheit nicht nennen, eher traurig und einsam. Die kognitive Verhaltenstherapie mache ich wegen der Depressionen, um diese ein für alle mal zu besiegen. Die Ursachen für meine Depris kenne ich. Negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen (das erste, was ich aus dem Buch behalten habe, kann ich ja noch irgendwo anders gesondert drauf eingehen). Vorher hat man mir jedoch eingeredet, dass ich dumm, hässlich, böse und nicht liebenswert sei. Erst danach kamen meine eigenen negativen Gedanken und wurden zu negativen Gefühlen, die zu negativen Taten wurden. Meine Isolation ist zum Teil selbst gewählt. Ich denke, das klingt widersprüchlich, aber ein Autist braucht eine Menge Zeit für sich. Hat unsereins diese Zeit nicht, dreht man durch. Das liegt vermutlich auch daran, dass man heute vermutet, dass autistische Menschen bis zu 10 Mal mehr wahrnehmen, als nicht autistische Menschen. Und dazu kommt, dass ich all das, was ich wahrnehme, nicht filtern kann, jedenfalls nicht in dem Moment, sondern sortiert wird, wenn man für sich allein sein kann. Aber nicht jeder Autist ist gleich, auch wenn es signifikante Gemeinsamkeiten gibt. Hier zu Hause werde ich von meinem Sohn "Adlerauge" genannt, weil mir optisch kaum etwas entgeht. Ich höre auch viel mehr und der Geruchssinn ist sehr stark ausgeprägt. Bei Menschen, die sich zu stark deonieren oder viel Parfum auftragen, löst das bei mir einen Brechreiz, Halsschmerzen oder Niesreiz aus. Du kannst Dir sicher vorstellen, dass ich weder gern mit dem Bus, noch mit der Bahn unterwegs bin. ![]() Keine Sorge, ich werde auch irgendwann weniger schreiben. Von Donnerstagabend bis Sonntagnachmittag bin ich nicht da und habe auch keinen Computer vor Ort. Das ist gut, weil sonst würde ich ja nur spielen oder hier schreiben und ich will ja eher an mir arbeiten und Dinge in meinem Kopf sortieren. Hallo Lavendel, ja kenn ich. Der Condor hat aber auch einen hässlichen Kopf. Viel sehen ist nicht immer gut, vor allem dann nicht, wenn man damit allein dasteht.Ich dachte früher immer, dass alle Menschen so gut gucken könnten, aber dem ist nicht so. Naja, dafür können sich andere Menschen besser bewegen und Schlittschuh laufen und Ski fahren und so was alles. Condor |
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#10
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| lieber condor, ja, wenn man mal verstanden hat, dass negative gefühle aufgrund von negativen gedanken entstehen, ist man schon einen entscheidenden schritt weiter bei dem versuch, das eigene verhalten zu verändern. die menschen sind da ganz sicher unterschiedlich, aber diejenigen, die gerne alles auf sich beziehen, können es sich damit aufgrund der eigenen gedankengänge bestimmt noch schwerer machen, als es sowieso schon ist. obwohl ich bisher keine spur von autismus an mir entdeckt habe, kommt mir das mit dem bedürfnis mit sich selbst allein sein zu können, sehr bekannt vor. ich habe unter der woche viel zeit, die ich für mich alleine habe und das geniesse ich sehr. dass das mit der wahrnehmung anstrengend ist, leuchtet mir ein. irgendwann muss man das ja alles auch verarbeiten können. als ich von deinem sohn las, hat mich das sehr gefreut, weil ich glaube, dass menschen die kinder haben, irgendwie weniger allein sind. nee, nee, ich habe mir keine sorgen gemacht, dass du hier zuviel schreiben könntest ![]() aber so eine compi-freie zeit hat doch auch mal was. |