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| Denken, Lernen & Kreativität Wie funktioniert unser Gehirn? Wie kann ich besser lernen? Wie geht Photo-Reading? Wie finde ich neue Ideen? Um solche Fragen geht es hier. |
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#451
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| Zitat:
Vor ein paar Tagen hab ich bei Thomas D Ansembourg (Endlich Ich sein) gefunden: Zitat:
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#452
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| Liebe Tanzende, ich habe das gestern schon gelesen, und im Grunde war gestern schon mein Schluß: Ich habe keine Ahnung, was ich zu Deinen Gedanken beitragen kann. Und da ich in letzter Zeit - auch und gerade durch das Lesen und Schreiben hier, durch den Eindruck, daß ich die ganze Zeit die GFK/WSK "verteidige", versuche Vorurteile auszuräumen, Mißverständnisse zu beseitigen - für mich zu der Entscheidung gekommen bin, daß ich das nicht mehr will, dachte ich zunächst: Ich sage nichts dazu. Gemäß meiner Entscheidung: Für mich funktioniert der Ansatz, die Haltung der GFK/WSK, für mich ist er hilfreich, und wenn er's für andere nicht ist, dann ist das eben so. Ich will gar nicht bekehren, ich bin nicht die Hüterin der GFK/WSK - sie ist mir wertvoll, sie weist mir den Weg zu Rumis weitem Feld, ich weiß, ich will den Weg gehen, und wenn Andere ihn nicht gehen, ja sogar wenn Andere die GFK/WSK in meinen Augen "von außen sezieren", sogar aus einem aus meinem Verständnis heraus falschen, unvollständigen Verständnis heraus, dann berührt das nicht das, was sie für mich ist, daß sie für mich funktioniert, daß ich damit aufrichtiger, mutiger, empathischer, vollständiger werde. Und ich vertraue einfach darauf, daß die, für die sie wertvoll sein kann, sich auch durch das Dickicht an falschen Annahmen und Fehlinformationen durchkämpfen werden. Und ich konzentriere mich darauf, diese Haltung selbst zu entwickeln, selbst auszudrücken zu lernen, und nicht darauf, mich um Andere zu kümmern, denen die GFK/WSK im Grunde vielleicht eher eine intellektuelle Übung ist oder die ihr Widerstand entgegenbringen. Und so dachte ich gestern: Anscheinend bleibt Dir der Zugang zu diesem einen Aspekt der GFK/WSK derzeit noch verschlossen, da ist Widerstand, und dann ist das eben so. Heute nun stellte ich mir die Frage: Worum geht es Dir? Denn anscheinend ringst Du trotz alledem mit diesem Aspekt, wenn Du ihn nun wieder auf's Tapet bringst, es ist Dir anscheinend etwas sehr, sehr wichtig. Aber was? Wenn ich wörtlich lese, was Du wieder betonst, dann ist es: "Ich will das, was ich fühle, und was ich 'überfahren', 'plattgewalzt', 'unverstanden' 'nicht ernst genommen' nenne, weiterhin so nennen dürfen, und es soll bitte als Gefühl anerkannt werden, und zwar von der GFK und ihren Trainern an sich." Und da kriege ich einen Knoten, weil ich mich frage: Warum ist Dir das so, so wichtig, ob das "echte" oder "Pseudo" oder "wertende" Gefühle sind? Was für ein Bedürfnis steckt dahinter, daß "die GFK" diese Gefühle unvoreingenommen als "echt" und genauso "wahr" wie "traurig", "ängstlich", "unsicher", "einsam", "hilflos", ... anerkennt? Bist Du enttäuscht, weil Du die GFK gesucht/gefunden hast und Dir erhofft hast, daß Du da Hilfe für Ungelöstes findest, und weil Dir die verschlossen bleibt? Weil diese emotionalen Zustände unter den oben genannten Etiketten bei Dir immer mal wieder herrschen, und Du gehofft hast, mit der GFK wird der Umgang mit ihnen leichter, und das wird er nun nicht? Ich verstehe es nicht, ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum Dir dieses Etikett so wichtig ist. Was hindert Dich, das Etikett loszulassen und Dich darauf einzulassen, die Frage zu stellen: Wie geht es mir denn, wenn ich denke, daß mich jemand plattwalzt, nicht versteht und/oder nicht ernstnimmt? Zu formulieren: "Wenn mich jemand nicht ernstnimmt, dann bin ich unsicher und traurig, denn mein Bedürfnis ist, akzeptiert, gesehen und wertgeschätzt zu werden?" Reinzufühlen, ob es sich nicht doch anders anfühlt, zu sagen: "Ich bin traurig. Ich bin so traurig, hilflos und einsam, und ich bin so unsicher, ich habe Angst" als "Ich bin so nicht ernstgenommen, so plattgewalzt, ich bin so unheimlich überfahren". Wenn ich mich hinsetze, diese Sätze sage und versuche, sie zu spüren, mir vorzustellen, wie sich das anfühlt, dann fällt mir das beim ersten Block ganz, ganz leicht. Das sind Gefühle, bei denen ich sofort weiß, wie sie sich anfühlen, bei denen mein Körper sofort reagiert. Setze ich mich hin und sage den zweiten Teil, dann merke ich, daß das nicht geht. Ich muß mir Gedanken dazudenken, eine Situation, ich muß mir ein "Du" vorstellen, muß dieses "Du" mir etwas antun lassen, damit ich irgendetwas fühle. Und das ist - für mich - der Beweis, daß zwischen dem ersten und dem zweiten ausformulierten "Gefühlsblock" irgendein Unterschied tatsächlich besteht. Das ist keine Erfindung der GFK/WSK, das ist keine Definition - mein Körper, mein Empfinden sagt mir das. Der erste Block beschreibt nur und ausschließlich etwas, was sich in mir bewegt: Ich brauche überhaupt kein Außen, keine Situation, um den ersten Block zu fühlen. Für den zweiten Block gilt das nicht. Ich kenne kein unabhängiges Gefühl "nicht ernstgenommen". Wenn man mich nicht ernstnimmt, bin ich wütend oder traurig oder verzweifelt, je nachdem, welche Situation ich mir vorstelle. So. Und das Etikett "Pseudogefühl", "wertendes Gefühl" oder welche Begriffe auch immer in GFK/WSK-Büchern verwendet werden, beschreibt diesen - für mein Verständnis tatsächlich existierenden - Unterschied - es macht ihn nicht. Tja, und so schreibe ich gerade doch viele Worte, mit denen ich eigentlich nur sage: Ich verstehe leider Deinen Knoten nicht, daher weiß ich nicht, ob irgendetwas, was ich schreibe, hilfreich sein kann. Noch einmal: Niemand in der GFK/WSK bestreitet oder spricht Dir oder irgendjemandem das Recht ab, daß etwas in uns ausgelöst wird, wenn wir in Situationen sind, in denen der Andere unserer Meinung nach mit uns etwas macht, wie eben: über uns drüberfahren, uns plattwalzen, uns nicht verstehen, uns nicht ernst machen, uns lächerlich machen, ... Was auch immer wir in dieser Situation fühlen, ist legitim: Es hat einen Grund (vielleicht auch mehrere), es sagt uns etwas darüber, wie wir die Situation bewerten, ob wir mehr von diesen Situationen wollen oder weniger. Unsere Gefühle sind die Handlungsanweisungen für uns. Bei negativen Gefühlen: Kümmere dich darum, daß das aufhört, das mag ich nicht. Die GFK/WSK lädt uns ein, zu erkennen: Wie geht es mir, weil ich was brauche? Und sie lädt uns ein, eine konkrete, verhandelbare Bitte zu formulieren, damit ich möglicherweise das kriege, was ich brauche. Und sie behauptet, je klarer ich erkenne, was in mir vorgeht und was ich brauche, desto größer sind meine Chancen, daß ich es formulieren kann. Je besser ich unterscheiden kann: Was ist meines - und was ist das des Anderen, desto klarer wird meine Kommunikation werden. Nicht mehr und nicht weniger. Tja. Keine Ahnung - vielleicht war ja etwas hilfreich. Wenn nicht, nimm es bitte als den Ausdruck meines Bedürfnisses, im Grunde gerne verstehen zu wollen. |
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#453
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| Liebe Miss Pig, danke für deine engagierte und verstehen-wollende Antwort! Zitat:
Ich glaub, ich hab das Prinzip dieser Unterscheidung schon verstanden - und hab kürzlich so ein schönes Beispiel in einem Gespräch gehabt - weiss gar nicht, ob ich es hier geschrieben habe: jemand sagte, er fühle sich von mir "bevormundet" - ich hatte versucht, ihm eine freudige Überraschung zu machen. Und da hab ich gespürt, dass dieses sein "bevormundet" einen Vorwurf an mich drin hatte. Zitat:
Zitat:
Danke, nochmal - ja, es war hilfreich, weil ich erstens gemerkt habe, dass mein letztes post anders ankam als ich es gedacht hatte (ich wollte meiner Freude Ausdruck verleihen, dass "wenigstens Ansembourg" diese Gefühle auch als Gefühle anerkennt...) und zweitens weil ich wieder - schon durch andere Beiträge von dir - lerne, dass ich manche Sachen anders fühle /wahrnehme und das kann ich jetzt erst mal einfach für mich stehen lassen. Wenn du das so empfindest, finde ich das spannend - und genauso spannend finde ich es, dass ich da anscheinend irgendwie anders gestrickt bin. Ob das jetzt einfach "Widerstand" ist, bezweifle ich. Nichtsdestotrotz bleib ich dran und weiss noch absolut nicht, wohin mich dieses Abenteuer GfK führen wird... herzlich-tanzende Grüsse |
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#454
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| Liebe MissPig, ich bin ja immer wieder platt, wie Du es schaffst, klar und verständlich zu schreiben, wo ich nach Worten ringe und Beispiele an den Haaren herbeiziehe. Ich freu mich immer, wenn ich das lesen darf. Auch Deinen Eindruck "verteidigen" zu wollen, kann ich nachvollziehen, ich habe mich selber auch schon dabei ertappt und mich gefragt, warum ich das dann so anstrengend finde. Mal abgesehen davon, dass es ja gar nichts zu verteidigen gibt (was Du auch wunderbar beschrieben hast). Liebe Tanzende, zu den beiden Beispielsätzen und dem Unterschied, von dem MissPig geschrieben hat - den Du bzw. Dein Körper nicht nachvollziehen kann. Ich bin da noch neugierig, vielleicht hast Du noch Lust, mir zu Klarheit zu verhelfen? Gibt Dir Dein Körper überhaupt eine "Antwort"? Bei beiden Beispielen? Nur bei einem (welchem)? Und was fühlst Du dann, also richtig körperlich - Enge in der Brust, Hitze, kalte Hände, ...? Ich frage auch, um vielleicht noch einen Impuls zu geben (wenn Du magst), weil mir schon öfter aufgefallen ist, dass manche Menschen ins Reden und in den Kopf, in die Gedanken "flüchten". Sich oft nicht die Zeit nehmen, nachzuspüren - wo spüre ich das (im Körper), wie fühlt es sich an, verändert es sich, ... Damit will ich Dir jetzt nicht unterstellen, dass Du nicht hinspürst, das kann ich nicht beurteilen. Ist mir nur noch dazu eingefallen, drum stelle ich es mal mit aufs Buffet. |
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#455
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| Ich habe eben einen Blockeintrag gelesen, der mein Herz in Schwingung gebracht hat: Gewaltfreie Kommunikation – es kommt nicht allein auf die Worte an! Geändert von NLP-Schnecke (14.03.2012 um 15:45 Uhr) |
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#456
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| Wie bringt man einem Gegenüber bei, gewaltfrei zu kommunizieren und nicht unter die Gürtellinie zu schießen? |
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#457
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| Du kannst andere nicht, oder nur sehr schwer verändern... Du kannst nur Dich verändern. Du kannst dem anderen die Theorie beibringen und darum bitten, er möge das anwenden. Aber er darf auch Nein dazu sagen. Das wirst Du akzeptieren müssen, dass der andere nicht gewaltfrei kommuniziert (oder will). Aber dennoch kannst Du was tun: Du kannst Dich dann anders verhalten. Und du kannst auch konsequent handeln, als Reaktion auf den Schuss unter die Gürtellinie. Dein eigenes konsequentes Verhalten ist eine gute Möglichkeit anders damit umzugehen als bisher. Und manchmal geschieht es dann sogar, dass der andere sich anders zu verhalten beginnt. Konsequentes Verhalten heisst u.a. auch das Problem das Dir gemacht wird durch eine solche Aktion wieder zum Problem des anderen zu machen. Das ist oft gar nicht so leicht, braucht manchmal gute kreative Ideen. viele Grüsse Keraldar |
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#458
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| Danke, Keraldar! |
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#459
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| Zitat:
Schön beschrieben, danke. *grins* |