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Denken, Lernen & Kreativität Wie funktioniert unser Gehirn? Wie kann ich besser lernen? Wie geht Photo-Reading? Wie finde ich neue Ideen? Um solche Fragen geht es hier.

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  #21  
Alt 07.11.2009, 09:34
Violalila
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Zitat von Morgenfrau Beitrag anzeigen

Was machen der englische, der französische und der deutsche Rentner?

Der Engländer trinkt Whisky und geht zu Perde-Rennen/-Wetten.
Der Franzose trinkt Rotwein und geht zu seiner Geliebten.
Der Deutsche trinkt mit Wasser seine Herztabletten und arbeitet weiter.

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  #22  
Alt 07.11.2009, 11:51
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Statistisch gesehen arbeitet der Deutsche nicht weiter. Jeder zweite deutsche Betrieb beschäftigt nur Arbeitnehmer unter 50 Jahren und ich vermute, daß in vielen anderen Betrieben nur die Führungsriege alt ist. Kaum eine Lehrkraft arbeitet bis zum offziellen Pensionierungsalter. Deswegen ist für mich die Rente ab 67 eher ein Weg, Menschen eine geringere Rente auszuzahlen, als sie lange im Arbeitsleben zu halten (denn die Arbeitgeber beschäftigen ungern ältere Arbeitnehmer).

Hart und viel zu arbeiten ist zu einem gewissen Grad ein Klischee über die Deutschen. Die US-Amerikaner arbeiten pro Woche und pro Jahr am längsten (u.a. weil sie nur zwei Wochen Urlaub pro Jahr haben), aber auch die Japaner und Briten liegen da weiter vorne als sdie Deutschen.
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  #23  
Alt 07.11.2009, 12:18
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Hallo,

ich bin Deutsche und habe mich mit dem Thema schon vor meinen Auslandsaufenthalten intensiv auseinandergesetzt.

Meine Assoziationen zum Deutschsein, z.T. durch meine langjährigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Kollegen aus allen Kontinenten geprägt:




Allgemein:
  • das Selbstbild von Personen wird stark über den Besitz einer Arbeitsstelle und den beruflichen Erfolg definiert
  • eine mürrische Grundstimmung
  • relativ direkte Kommunikation, die als unhöflich empfunden werden kann
  • bürokratisch-formelle Geisteshaltung (für sehr vieles benötigt man Dokumente und Zertifikate)
  • Pünktlichkeit
  • Verbindlichkeit von Zusagen
  • Zuverlässigkeit
  • Ordentlichkeit
  • "deutsche Wertarbeit"
  • viele deutsche Touristen oder Austauschstudenten wollen vor allem eins nicht: Im Ausland als Deutsche erkannt werden (von anderen Deutschen oder den Einheimischen)
  • Jammern auf hohem Niveau, bei relativ geringer Tatkraft, die kritisierten Zustände zu ändern ("die da oben machen doch eh was sie wollen")
Politisch:
  • verfassungsmäßig verankerte Zersplitterung verschiedener Politikbereiche durch den Föderalismus. Ein bekanntes Beispiel ist die Bildungspolitik.
  • Blut-und-Boden-Mentalität (ein echter Deutscher ist nur, wer deutsche Vorfahren hat. Also: Aussiedler sind Deutsche, türkische Einwandererkinder der dritten Generation nicht)
  • die Lebenslüge, kein Einwanderungsland zu sein
  • Deutschland macht sich auf der internationalen Bühne kleiner als es ist, um keine Ängste zu wecken
  • gewollte Einbindung in die EU und den europäischen Wirtschaftsraum
  • Haßliebe zu den USA
  • ein trotz aller Probleme relativ zuverlässiges Gesundheitssystem
  • die Haltung der Arbeitsagentur, Menschen nicht in echte Arbeitsstellen zu vermitteln, sondern v.a. Beweise von den Arbeitslosen zu fordern, die ihren angeblichen Arbeitswillen belegen (und deshalb sinnlose Maßnahmen bei unqualifizierten Anbeitern mitzumachen)
  • Filz auf lokaler Ebene durch fehlende Amtszeitbegrenzung der Bürgermeister und durch das Fehlen von Medienkonkurrenz (in mehr als der Hälfte aller deutschen Kreise gibt es nur eine Lokalzeitung, die auch die Werbeblätter herausgibt, um den Anzeigenmarkt abzugrasen und so keine Konkurrenz hochkommen zu lassen. Das ist medienwissenschaftlich belegt.). Dadurch gibt es eine Verflechtung von Politik, Medien und Wirtschaft.
  • mangelnde Aufarbeitung von Parteispendenskandalen
  • selektive Wahrnehmung der zwei Dikaturen auf deutschem Boden und des zweiten Weltkriegs (häufiges Ausblenden von Schuld auf persönlicher Ebene, aber institutionalisiertes Gedenken und Schuldbekenntnisse auf nationaler Ebene)
  • die Erfahrung von Flucht und Vertreibung in/nach dem zweiten Weltkrieg
  • besondere Beziehung zu Israel
  • strikterer Umgang mit Rechstextremismus als in einigen anderen Ländern (Volksverhetzungsparagraph, V-Leute in rechtsextremen Parteien)
So, das war es für's erste.

Liebe Grüße von der Freundin der Weisheit
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  #24  
Alt 07.11.2009, 18:20
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hallo freundin der weisheit,

na, das ist doch mal eine zusammenfassung auf die sich gut antworten lässt.

das thema an und für sich, finde ich sehr spannend, weil ich durch das jahr, das ich als kind in deutschland lebte, meinem deutschen ehemann und auch durch kontakte mit forumlern eine recht starke verbindung zu deutschland habe.

im vergleich mit den schweizern, sehe ich sehr vieles, dass sehr ähnlich ist, aber doch auch 2-3 kleine unterschiede.

Allgemein:
  • das Selbstbild von Personen wird stark über den Besitz einer Arbeitsstelle und den beruflichen Erfolg definiert
das ist hier genauso. ein schweizer fragt jemanden, den er neu kennenlernt, nacht nach dem, was er lebt, sondern nach seinem beruf und der stellung, die er in der firma einnimmt.
  • eine mürrische Grundstimmung
seit gestern gibt es in der schweiz die deutsche wochenzeitung schweiz, die den inzwischen 250'000 deutschen hier den umgang mit uns etwas erleichtern soll. gelesen habe ich sie noch nicht, aber ich hörte im radio, dass es in der ersten ausgabe eine geschichte gibt, in der sich ein deutscher am heiligabend kurz vor ladenschluss auf die suche nach einer genervten verkäuferin machte, die er zu seinem erstaunen nicht fand.
  • relativ direkte Kommunikation, die als unhöflich empfunden werden kann
das war auch für mein mann am anfang hier recht schwierig. er ist norddeutscher. an die schweizer mentalität hat er sich inzwischen gewöhnt, ist aber nach wie vor der meinung, dass wir schweizer immer nur mit wattebällchen schmeissen.
  • bürokratisch-formelle Geisteshaltung (für sehr vieles benötigt man Dokumente und Zertifikate)
das ist hier wieder ganz ähnlich, auch wir lieben "wichtige" zettel
  • Pünktlichkeit
auch hier genauso
  • Verbindlichkeit von Zusagen
die würde ich hier höher einschätzen. dabei fällt mir ein, dass ich vor jahren, als mein mann herkam, mit der auflösung verschiedener angelegenheiten in deutschland beschäftigte. soweit ich mich erinnere, musste ich mich, um das konto auflösen zu können, 3 x telefonisch und 3 x schriftlich mit der bank in verbindung setzen, bis das dann endlich auch geregelt war. bei jedem kontakt wurde mir aber zugesagt, dass es nun in ordnung sei.
  • Zuverlässigkeit
als wert sicher richtig.
  • Ordentlichkeit
ja, auch deutschland ist ein ordentliches land.
  • "deutsche Wertarbeit"
die deutschen sind im ausland aufgrund dieses umstandes immer noch sehr geschätzt.
  • viele deutsche Touristen oder Austauschstudenten wollen vor allem eins nicht: Im Ausland als Deutsche erkannt werden (von anderen Deutschen oder den Einheimischen)
erstaunt mich, kann ich aber nicht beurteilen. in der schweiz kann man sie relativ leicht ausmachen
  • Jammern auf hohem Niveau, bei relativ geringer Tatkraft, die kritisierten Zustände zu ändern ("die da oben machen doch eh was sie wollen")
könnte man auch gut in die politik mit rein nehmen. keine ahnung wo meine tatkraft bleiben würde.

Politisch:
  • verfassungsmäßig verankerte Zersplitterung verschiedener Politikbereiche durch den Föderalismus. Ein bekanntes Beispiel ist die Bildungspolitik.
da solltest du mal den "kantönli-geist" der schweiz kennen. das können wir eindeutig noch viel besser!
  • Blut-und-Boden-Mentalität (ein echter Deutscher ist nur, wer deutsche Vorfahren hat. Also: Aussiedler sind Deutsche, türkische Einwandererkinder der dritten Generation nicht)
da du in nun in holland lebst, fällt mir spontan ein, dass die holländer aufgrund ihrer kolonien da sowieso eine ganz andere sicht haben. hier staune ich immer wieder darüber, wie unkompliziert die generation nach uns mit "ausländern" umgeht, die hier geboren sind. ging es nach der jugend, bekäme wohl jeder, der hier geboren ist wie in den usa die staatsbürgerschaft.
  • die Lebenslüge, kein Einwanderungsland zu sein
das kann ich nicht beurteilen.
  • Deutschland macht sich auf der internationalen Bühne kleiner als es ist, um keine Ängste zu wecken
obwohl für uns deutschland und frankreich sehr wichtige nationen sind.
  • gewollte Einbindung in die EU und den europäischen Wirtschaftsraum
von hier aus gesehen, spielt da deutschland auch eine sehr wichtige rolle.
  • Haßliebe zu den USA
wie wirkt sich das aus?
  • ein trotz aller Probleme relativ zuverlässiges Gesundheitssystem
hmmm. wenn ich hier bei uns ins krankenhaus gehe, gibt es eine sehr grosse anzahl an deutschen ärzten und pflegepersonal. mir stellt sich dann immer die frage, ob die bei unserem nördlichen nachbar nicht fehlen.
  • die Haltung der Arbeitsagentur, Menschen nicht in echte Arbeitsstellen zu vermitteln, sondern v.a. Beweise von den Arbeitslosen zu fordern, die ihren angeblichen Arbeitswillen belegen (und deshalb sinnlose Maßnahmen bei unqualifizierten Anbeitern mitzumachen)
bei uns heisst das rav, wie regionale arbeitslosen- vermittlung. inzwischen wird es aber im stillen auch schon regional arbeits- verwaltung genannt. da bin ich der meinung, dass hüben wie drüben die agenturen mit ihrer eigentlichen aufgabe ein wenig überfordert sind. und es entspricht sicher auch wieder dem gedanken der hohen bürokratie.
  • die Erfahrung von Flucht und Vertreibung in/nach dem zweiten Weltkrieg
meinst du damit, dass diese erfahrung immer noch nicht aufgearbeitet wurde?
  • besondere Beziehung zu Israel
  • strikterer Umgang mit Rechstextremismus als in einigen anderen Ländern (Volksverhetzungsparagraph, V-Leute in rechtsextremen Parteien)
diese beiden punkte wieder im zusammenhang mit dem 2. weltkrieg?
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  #25  
Alt 07.11.2009, 19:31
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hmmm. wenn ich hier bei uns ins krankenhaus gehe, gibt es eine sehr grosse anzahl an deutschen ärzten und pflegepersonal. mir stellt sich dann immer die frage, ob die bei unserem nördlichen nachbar nicht fehlen. (Zitat just me)


Sicher fehlen sie hier, bekämen jedoch keine Stelle wegen der Sparmaßnahmen.

Und ja, die beiden letztgenannten Punkte im Zusammenhang mit dem 2.Weltkrieg.
Es gibt immer noch "den Bund der Vertriebenen".
Und in Israel müssen deutsche Politiker jedes Wort gut abwägen, das sie bei Saatsbesuchen dort äußern. Helmut Kohl wurde es sehr übel genommen, als er von der Gnade der späten Geburt sprach.
Du kannst als Deutsche dort so jung sein, wie du willst, es wird darauf geachtet, dass du dich für die deutsche Vergangenheit schämst.
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  #26  
Alt 07.11.2009, 20:44
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hallo mensch,

im zusammenhang mit dem gesundheitswesen bei euch, gibt es noch etwas, was ich überhaupt nicht verstehe. der neffe meines mannes musste 5 jahre auf einen studienplatz für medizin warten. wenn das land die ärzte aber braucht, wieso ist es denn nicht möglich mehr studienplätze zur verfügung zu stellen?

tja und die sparmassnahmen im gesundheitswesen. welche auswirkungen haben die auf die patienten? wenn sie keine haben, ist das geld ja gut gespart.
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  #27  
Alt 08.11.2009, 04:44
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Standard Die Menschen deutscher Zunge, lebten seit jeher ...

... in vielen unterschiedlichen Ländern.

Anders, wie bei vielen anderen Nationen, war deutschland lange Zeit ein großer Flickenteppich vieler Ländern und Staaten. Das hatte Vorteile, aber auch viele Nachteile.

Bis heute leben die Menschen deutscher Zunge in verschiedenen Ländern, wovon eines (DDR) glücklicherweise erst vor 20 Jahren, reumütig zum größten dieser Deutschländer (BRD) beigetreten ist.

Aber immer gibt es noch etliche Länder und Landstriche, wo die Muttersprache der meisten dort lebenden Menschen, die deutsche Sprache ist, wie zB. Österreich, der deutschprachige Teil der Schweiz, Südtirol, Banat, Siebenbürgen, Schlesien, mehrere Landkreis in Südsibirien usw.

Im weiteren, menschlichem Sinne, sind dies für mich auch deutsche Länder, auch wenn die staatrechtlichen Regelungen anderes lauten. Wobei ich hier nicht an das Großdeutsche Reich anknüpfen möchte, sonderen vielmehr die Mentalität und das Selbstverständnis der Menschen im Blick habe.

Und von daher würde ich Sagen, daß man vor allem Österreich, die deutsche Schweiz und Südtirol imMentalitätsvergleichen zu Deutschland, besser zu den Deutschen, den Menschen deutscher Zunge, rechnen kann.
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  #28  
Alt 08.11.2009, 07:47
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Zitat:
Zitat von just me Beitrag anzeigen
hallo mensch,

im zusammenhang mit dem gesundheitswesen bei euch, gibt es noch etwas, was ich überhaupt nicht verstehe. der neffe meines mannes musste 5 jahre auf einen studienplatz für medizin warten. wenn das land die ärzte aber braucht, wieso ist es denn nicht möglich mehr studienplätze zur verfügung zu stellen?

tja und die sparmassnahmen im gesundheitswesen. welche auswirkungen haben die auf die patienten? wenn sie keine haben, ist das geld ja gut gespart.

Die Patienten bräuchten zwar die Ärzte, aber es ist kein Geld da, um sie einzustellen bzw. zu bezahlen. Die Ärzte sind größtenteils schon älter, wer in Rente geht, findet schwer einen Nachfolger, weil die Krankenkassen für die Leistungen nicht mehr angemessen bezahlen. Wenn nach einer gewissen Zeit kein Nachfolger gefunden wird, wird die Praxis gestrichen.
Jeder Arzt hat nur ein bestimmtes Budget für 1 Patienten, das sind im Normalfall 39€ pro Quartal! Alles, was an Medikamenten und Behandlungen darüber hinaus geht, zahlt der Arzt aus eigener Tasche!Die niedergelassenen Ärzte gleichen manches durch die Behandlung von Privatpatienten aus, die mehr bezahlen müssen.
Krankenhausärzte sind Angestellte des jeweiligen Trägers und werden auch sehr schlecht bezahlt.
Es gibt auch nur wenige Ausbildungsplätze an den Unis, weil die ja auch Geld kosten.


Als Kassenpatient musst du oft lange auf eine Behandlung warten, was meistens damit zusammenhängt, dass das Budget der Ärzte einfach ausgeschöpft ist und sie keine Patienten mehr annehmen können.
Das gilt auch für OPs.
Beispiel: Es dürfen nur bestimmte Sätze abgerechnet werden. Für meine Not-OP über 2 Stunden, bei der ich beinahe verblutet wäre, durfte der Chirurg abrechnen (nach Gebührenordnung für Ärzte): Ausräumen eines Hämatoms (Blutergusses): 160€ . Dabei hat er mir im Schweiße seines Angesichts das Leben gerettet.
Meine Schwester bezahlte in einer Spezialklinik für eine OP von 9(!) Stunden, bei der ein ganzes OP-Team beschäftigt war, 2000€. Das ist ein Witz.
Als Arzt kannst du heute bei uns nur reich werden, wenn du ausschließlich Privatpatienten behandelst. Zu so einem Arzt würde ich aber aus moralischen Gründen nicht gehen.
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  #29  
Alt 08.11.2009, 08:47
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Beiträge: 357
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Wenn ich im Ausland Bach oder Beethoven höre, fühle ich mich irgendwie angenehm berührt: Das ist Musik meines Volkes.
Ebenso fühle ich mich berührt, aber auf eine ganz andere Weise, wenn mir in einem Goldladen in Mexiko City die schon betagte Besitzerin erklärt, dass sie dem KZ in Deutschland entronnen sei. Ja, das war auch mein Volk. Da kommt bei mir dann kein Stolz auf, und schuldig fühle ich mich auch nicht, aber als Deutscher schon in ganz besonderer Weise betroffen. Das ist nicht der Krieg, das ist etwas anderes: Mein Volk hat systematisch und wohlorganisiert etwa 6 Millionen Menschen umgebracht, die auf Grund rassischer Zugehörigkeit meinem Volk unsympathisch waren. Davon komme ich wohl nicht los, bis ich sterbe.
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  #30  
Alt 08.11.2009, 12:07
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Registriert seit: 07.07.2009
Ort: D-94360 Mitterfels - Rainerjg@t-online.de - Seelenforscher
Beiträge: 568
Standard Ja, das ist eine großen Verpflichtung, für alle Deutschen!

Zitat:
Zitat von expat Beitrag anzeigen
Wenn ich im Ausland Bach oder Beethoven höre, fühle ich mich irgendwie angenehm berührt: Das ist Musik meines Volkes.
Ebenso fühle ich mich berührt, aber auf eine ganz andere Weise, wenn mir in einem Goldladen in Mexiko City die schon betagte Besitzerin erklärt, dass sie dem KZ in Deutschland entronnen sei. Ja, das war auch mein Volk. Da kommt bei mir dann kein Stolz auf, und schuldig fühle ich mich auch nicht, aber als Deutscher schon in ganz besonderer Weise betroffen. Das ist nicht der Krieg, das ist etwas anderes: Mein Volk hat systematisch und wohlorganisiert etwa 6 Millionen Menschen umgebracht, die auf Grund rassischer Zugehörigkeit meinem Volk unsympathisch waren. Davon komme ich wohl nicht los, bis ich sterbe.
Ja, das ist ein große Verpflichtung für uns Deutsche!
Aber vielleicht kannst Du etwas ruhige schlafen, wenn ich Dir sage, daß Deutschland weltweit, für die vorbildliche Aufarbeitung seiner Vergangenheit gelobt wird, während zB. die Türkei die Massenmorde an den Kurden immer noch leugnet und viele Russen ihr Väterchen Stalin immer noch hoch verehren, obwohl er viele Millionen seinen eigenen Volkes absichtlich verhungern, oder in den Gullags umkommen lies!
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