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| Denken, Lernen & Kreativität Wie funktioniert unser Gehirn? Wie kann ich besser lernen? Wie geht Photo-Reading? Wie finde ich neue Ideen? Um solche Fragen geht es hier. |
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#1
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| Gut, ich probier's mal mit einem reinen Übungsfaden, ich will die Diskussion drüben nicht unterbrechen, und die Antworten auf meine Frage nach einem eigenen Faden gingen nach meinem Verständnis in die Richtung "versuchen wir's mal". Ich bitte Euch also, daß Diskussionen über die eigenen Zweifel an der oder den Sinn der GFK o.ä. weiter drüben diskutiert werden, und auch Fragen wie, inwieweit eine GFK-/WSK-Haltung in den Situationen überhaupt wünschenswert, erstrebenswert oder erreichbar ist, und daß sich hier die zu Wort melden, die bereit sind, sich auf's Üben einzulassen und wirklich in WSK-Haltung auf Beobachtung, Gefühl, Bedürfnisse und Bitten zu schauen. Schauma mal, wie viele es gibt, die da Lust drauf haben, und ob sich etwas ergibt. Es ist der Versuch einer virtuellen WSK-Übungsgruppe. Und ich habe auch gleich wieder eine Situation. Spieleabend, 4 Erwachsene, 2 Jugendliche, Bruder und Schwester, 16 und 18 Jahre. Wir spielten, und die zwei Geschwister waren "überdreht" - und ja, das ist jetzt meine Interpretation. Korrektur, von vorne, die Beobachtung: Bruder und Schwester spaß-piesakten einander während sie nicht am Zug waren, meist und achteten außerhalt ihrer Züge nicht auf's Spiel, so daß öfter als nicht, wenn Bruder als der erste von beiden dran war, wir ihn darauf aufmerksam machten "A., du bist dran", worauf immer länger werdende Verteidigungen von "ich war's nicht, sie ärgert mich" kamen, worauf wir, in wechselnder Reihenfolge, wieder mit "egal, bitte spiel" reagierten, worauf oft noch eine Verteidigung kam, während sie kicherte und widersprach, dann von ihm ein "was ist passiert, wo bin ich" kam, dann irgendwann nach einigem Nachdenken (wir spielten Dog, das ist im Prinzip Mensch ärgere dich nicht!) sein Zug, dann ihr Zug, und dann piesakten sie einander wieder und paßten nicht auf, während wir vier unsere Züge machten, und dann begann's von vorne, in sich ständig steigernder Gereiztheit von "tu endlich", "ich tu eh, nervt mich nicht", "bitte halt endlich den Mund und spiel endlich!" Als das Spiel aus war - es ging zu Ende durch einen fehlerhaften Zug der Schwester, die nicht gesehen hatte, daß eine von uns Schluß machen konnte - sagte ich: Hört zu, wenn Ihr noch weiter mitspielen wollt, dann setzt Euch bitte auseinander oder tut sonst etwas, aber wenn Ihr weiter nebeneinander sitzt und Euere Spielchen miteinander spielt, dann steige ich aus und spiele keine Partie mehr, denn so macht mir das keinen Spaß. War nicht WSK, ich weiß es, mir war in dem Moment nur wichtig, überhaupt etwas zu sagen und irgendwie zu klären, wenn wir weitermachen, denn wir 4 Erwachsene waren alle mittlerweile lustlos und grantig, und ich wußte, niemand sonst wird etwas sagen, und wenn wir so weiterspielen, dann gibt's Tote. Wir haben's dann auch hingekriegt, der Freund der Schwester setzte sich dazwischen, die nächsten zwei Spiele liefen wieder ok. Was mich jetzt interessieren würde ist: Welche Gefühle und Bedürfnisse spielten da alle rein, wie hätte das WSK-mäßig klingen können, denn "die Spiele in Ruhe und mit einer gewissen Aufmerksamkeit spielen wollen" ist ja eine Strategie. Also ich beginne mal: Ruhe und Aufmerksamkeit, das sind schon Bedürfnisse. Wenn ich mit jemandem spiele, dann will ich auch, daß dieser Mensch dem, was wir gerade teilen - dem Spiel nämlich - seine Aufmerksamkeit schenkt. Ja, und ich wollte auch ernst genommen werden in dem, was ich gerade tue, was wir beschlossen hatten, gemeinsam zu tun. Ja, und ich wollte auch Kontakt - wenn ich spiele, bewege ich ja nicht nur Spielfiguren, ich will mit meinen Mitspielern auch Kontakt - und Bruder und Schwester waren mit ihrer Aufmerksamkeit primär beieinander, waren miteinander in Kontakt, aber mit uns anderen Vieren nicht. Ich war also enttäuscht, weil ich mir Kontakt, Aufmerksamkeit und ein Ernstnehmen unserer gemeinsamen Tätigkeit gewunschen hätte. Klingt für mich schon gut. Hat noch jemand Ideen? Und wie sage ich's dann meinem Kinde? A. und Y., wenn Ihr zwei immer dann, wenn Ihr nicht dran seid, miteinander rauft und Euch Wortgefechte liefert und Euch nur für Eure Spielzüge und meist erst nach Aufforderung dem Spiel zuwendet, dann bin ich enttäuscht, weil ich eigentlich mit Euch spiele, um mit Euch in Kontakt zu sein, und weil ich mir Eure Aufmerksamkeit und ein Ernstnehmen unseres Spiels wünsche. Wäre es für Euch ok, wenn Ihr ... da stehe ich dann ein bißchen an. Welche konkrete, verhandelbare Bitte stelle ich? ... ist es für Euch ok, Eure spielerischen Streits morgen zu spielen, wenn kein Spieleabend ansteht, oder Euch auseinanderzusetzen, damit es Euch leichterfällt, Euch auf das Spiel zu konzentrieren? Oder doch zuerst "Würdet Ihr mir bitte sagen, ob Ihr bereit seid, die folgenden Spiele so zu spielen, daß Eure Aufmerksamkeit beim Spiel seid und Ihr mit mir und allen Mitspielern in Kontakt seid, oder ob Ihr Euch lieber weiter miteinander beschäftigen wollt?" Ideen? Feedback? |
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#2
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| Moin, MissPig! Zitat:
Daher hier meine Version ~> "Leute, ich wünsche mir, dass wir alle zusammen spielen. Könntet Ihr Euch bitte umsetzen? Ich könnte mir vorstellen, dass das die Konzentration fürdert." (Das in kursiv, besonders betont.) Fertig. Grüßle Legendenwind |
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#3
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| Ja, zu lang ist es sicher. Die 40-Worte-Regel geht bei mir gerne unter Danke für das Feedback. Dein Vorschlag ist allerdings leider keine GFK, und auch, wenn es natürlich auch Nicht-GFK-Kommunikation gibt, die zum Ziel führt, ich möchte trotzdem gerne versuchen, eine GFK-Formulierung zu finden. Genau das ist nämlich auch die Herausforderung (nicht nur für mich, vielen, mit denen ich gesprochen habe, geht es anfangs so), die gefundenen Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitte dann auch noch knackig in rund 40 Worten zu formulieren. |
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#4
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| Ich bin ja auch keine GFKlerin, aber ich habe trotzdem eine Idee ... "Ich habe mich so auf den Abend mit euch gefreut. Aber so macht mir das Spiel keinen Spaß. Habt ihr eine Idee, wie wir gemeinsam die Kuh wieder vom Eis kriegen?" Mit dieser Ansage könnte man zu einer kurzen "Bedürfnis-Runde" kommen und danach die Rahmenbedingungen für den Rest des Abends aushandeln. |
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#5
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| guten morgen, liebe missPig, du schreibst dass du aus dem spiel aussteigen würdest (wenn sie nicht aufhören) und dass die andren erwachsenen selbst grantiger und lustloser wurden. da kam mir der spontane gedanke "die beiden teenies haben den sinn des spieles (mensch ärgere dich nicht) wohl zu wörtlich genommen und euch ganz schön herausgefordert" mit wertung: 1:0 für die teenies, ihr habt euch geärgert während die beiden ihren spaß hatten. um aber eurem bedürfnis nach aufmerksamkeit auf das spiel nachzukommen hätte ich die beiden nach dem 3. hinweis "du bist dran" vom spiel disqualifiziert. freundlich aber bestimmt hätten sie für 1 runde aussetzen müssen. "wer nicht rechtzeitig am start ist, wird disqualifiziert" mir würds nicht in den sinn kommen, ihr kräftemessen zu unterbinden, oder zu verlangen das sie das unterlassen, aber ich hätte auf das bedürfnis der erwachsenen reagiert und auf einen störungsfreien ablauf gepocht. als hintergrund noch ein paar gedanken von mir. bei geschwister in dem alter sind machtkämpfe an der tagesordnung. mit spaß-piesaken loten sie aus wer gewinnt gerade und wer verliert gerade. und das ändert sich täglich! ich weiß aus meiner kindheit wie wichtíg diese reibereien sind. die kunst des erwachsenseins besteht für mich darin, sich nicht hineinziehen zu lassen. (wir wurden alle grantiger) in dem alter wissen sie bereits es gibt mitspieler oder zuschauer. mitspieler haben sich an die regeln zu halten oder sie werden zu zuschauern. sie haben die freie wahl, was ist ihr wirkliches bedürfnis, auszuloten wer ist grad im geschwisterduel der sieger/verlierer oder im messen mit erwachsenen wer hat die richtige strategie sieger/verlierer am brettspiel zu werden. aber sie haben es nicht in der hand wie der verlauf des spieleabends wird. der verlauf ist vorgegeben durch euch. kontakt zwischen allen 6 spielern, halten an die regeln, aufmerksamkeit auf das spiel. |
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#6
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| Zitat:
"Seid Ihr damit einverstanden, wenn wir erstmal ohne Euch weiter spielen? Ihr könnt jederzeit wieder mitmachen, wenn Ihr wirklich spielen wollt." Dieses Angebot dürfen die zwei annehmen oder auch nicht. Lt. GfK wäre es sonst eine Forderung und keine Bitte. Sie müssen also die Wahl haben. Ich finde es sehr schwer in dieser Situation wertschätzend zu reagieren. Mir wäre eher nach Deinem ersten Ausspruch zumute, Miss Pig. Ich glaube jedoch, dass es besser ist Kinder eher wie Partner zu behandeln und nicht an ihnen rumzuerziehen. |
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#7
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| MISS PIG, ich taste mich mal langsam ran... Mir fehlt dein Hineinversetzten in die Bedürfnisse der Zwei - oder habe ich es vielleicht überlesen? |
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#8
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| @MissPig: Danke fürs Faden-Erstellen. Nachdem ich beim Lesen des anderen Faden gerade so ein Anflug von Anstrengung und „Verteidigungsimpulse“ bei mir aufkamen, erleichtert mich das gerade sehr. Und danke für das Bereitstellen/Teilen unserer ersten Übung ![]() Zitat:
Oft entstehen dann aus den Antworten ganz neue (Lösungs)Ideen. Oder auch neue Fragen ![]() Und jetzt mein Versuch (ich habe mich eher daran orientiert, wie es mir in der Situation gehen würde, darum geht es ein bisschen in eine andere Richtung): Ich habe dich fünf Mal daran erinnert, dass du jetzt dran bist. Das nervt mich und ich bin unruhig und unsicher. Ich hätte gern Klarheit darüber, ob ihr noch mitspielen spielt wollt. Könnt ihr mir das sagen? Ja klar wollen wir noch mitspielen! Wie gesagt, ich habe dich eben fünf Mal daran erinnert, dass Du am Zug bist. Das ist mir zu anstrengend – mir ist Leichtigkeit und Spaß wichtig. Wie meint ihr dazu? Wir passen jetzt besser auf. Ich bin immer noch ein bisschen unsicher und merke, dass ich gern mehr Sicherheit oder Klarheit darüber hätte, wie ihr das machen wollt. Glaubt ihr, ihr könntet euch besser konzentrieren, wenn ihr nicht mehr nebeneinander sitzt? … Zitat:
Gut finde ich die Einladung, gemeinsam eine Lösung zu finden. Wobei ich zuerst nachfragen würde, ob die beiden überhaupt weiterhin mitspielen wollen. |
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#9
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| Zitat:
![]() In dem Fall würde ich erstmal sagen, um was es mir geht. Dann eine Frage a la "Was meint ihr dazu?" stellen. Wenn sich herausstellt, dass die zwei selbst keinen Plan haben, was sie wollen, besteht ja immer noch die Möglichkeit, empathisch nachzufragen. |
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#10
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| Hobbes, das wollte ich damit auch nicht sagen (siehe anderer Faden zu gfK!!!). Ich möchte hier aber keine Diskussion mit dir anfangen, es geht hier um Miss Pig. Miss Pig hat in dem Beispiel schon ziemlich klar gesagt, um was es ihr geht. Ein Satz wie in etwa: ihr habt gerade das Bedürfnis nach Leichtigkeit, nach Blödeln...hätte den Beiden signalisiert, dass sie auch deren Bedürfnisse sieht. Darauf hätte man dann gut aufbauen können... |