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Beruf & Karriere Berufliche Veränderung. Die ersten 100 Tage. Probleme im Job. Ärger mit Kollegen oder mit dem Chef?

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  #1  
Alt 18.02.2012, 07:41
Benutzerbild von Traumfee
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Registriert seit: 18.02.2008
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Standard Erster richtiger Job nach Studium

Hallo ihr Lieben,

ich habe seit 3. Jänner meinen ersten richtigen Job nach dem Studium begonnen, die Arbeit macht mir Spaß, ist abwechslungsreich, die Kollegen sind nett und meine Chefin auch okay, allerdings arbeite ich ziemlich viel, mache fast täglich 1-2 Überstunden (und das von Beginn an), es ist ganz selten dass ich mal pünklich aufhören kann. In meiner Firma haben alle einen Pauschalvertrag, d.h. der Arbeitnehmer darf für Überstunden bis zum gesetzlich gültigen Maß herangezogen werden, und alle Überstunden, die darüber hinausgehen, sind in dem Betrag, der über den KV hinaus bezahlt wird, abgegolten. D.h. alle Ansprüche auf Zeitausgleich o.Ä. fallen weg. Aber mir kommt es so vor, dass nur wenige Kollegen für diese Pauschalverträge "ausgenutzt" werden, d.h andere Abteilungen machen, trotz Pauschalverträgen, pünktlich Schluss.

Jetzt, nach 1 1/2 Monaten Arbeitszeit, fühle ich mich schon total müde, wenn ich von der Arbeit heimkomme, und will meistens nicht mehr viel machen. Und auch am Wochenende kann ich nicht so richtig abschalten, ich wache um 6 Uhr in der Früh auf obwohl ich eigentlich ausschlafen wollte, und bin um 10Uhr am Abend schon müde.. Und ich möchte eigentlich auch noch andere Sachen machen außer arbeiten, ich brauche einen Ausgleich, z.B. Sport oder Freunde treffen.

Ich weiß nicht ob ich das auf die Dauer so durchhalte. Mein momentaner Plan ist, den Job ein Jahr lang zu machen, ein bisschen Berufspraxis zu sammeln und dann weiterzustudieren (ich habe momentan nur den BA). Aber ich möchte auch während dieser Zeit etwas dafür tun, dass ich in dem Job nicht "ausbrenne". Könnt ihr mir da Tips aus eurer längeren Berufserfahrung geben?

Liebe Grüße
Traumfee
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  #2  
Alt 18.02.2012, 11:09
Benutzerbild von Tanzende
unzählbar ;-)
 
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Ich habe wahrscheinlich nicht die Tipps, die du suchst, aber ich hab ein paar Fragen.

Wenn du jetzt seit 6 Wochen im Job bist und das der erste richtige Job nach dem Studium ist, dann klingt das für mich sehr nach Einarbeitungs-Zeit. Für neue Aufgaben braucht man normalerweise ganz natürlich auch länger. Kann es nicht sein, dass du einfach noch keine Routine hast und für die Arbeitsschritte noch viel länger brauchst, bis sie erledigt sind und sich das mit den vielen Überstunden dadurch bald relativieren wird?

Und das wegen den Wochenenden: kann das nicht auch noch mit dieser Anfangszeit zusammenhängen, weil eben der Job und diese Situation so neu und damit aufregend sind?

Also ich bin, wenn ich meinen Job gewechselt habe, auch länger als 2 Wochen richtig aufgeregt gewesen und hab auch an den Wochenenden an die Arbeit gedacht....

Vielleicht gibt es auch in der Arbeit Hilfen. Ist es deiner Chefin bewusst, dass du so viele Überstunden machst? Wie gehen deine KollegInnen mit der Situation um? Hast du die Möglichkeit, mit einem Berufschoach mal deine Situation anzuschauen und vielleicht zu lernen, wie du effektiver arbeiten kannst? Hast du mal ne Zeit-Evaluation gemacht - also die Frage, wo deine Zeit auf der Arbeit versickert? Vielleicht musst du zu anderen Zeiten Pausen einlegen oder z. B. morgens die anspruchsvollere Denk-Arbeit machen und nur noch direkt nach der Mittagspause mails beantworten (die oft nicht so viel Konzentration erfordern und deshalb bei Leistungstiefs noch gut erledigt werden können...)

Trotzdem geht es ja jetzt darum zu schauen, was dir gut tut in deiner Freitzeit. Und das hängt von dir ab - ob es Fitness-Studio ist oder z. B. am Freitag direkt von der Arbeit in die Sauna, um die Arbeitswoche rauszuschwitzen, oder ein Kurs in Progressiver Muskelentspannung nach Jakobsen (oder auch nur mal CDs.. - wird sehr empfohlen als Burn-Out-Prophylaxe)...

Ist da was dabei, was bei dir anklingt?
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  #3  
Alt 19.02.2012, 19:53
Benutzerbild von Chaja
* die Seele fest umarmt *
 
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Liebe Traumfee,

im Prinzip wirkt alles einem Burnout entgegen, was Dir einen Ausgleich zu Deiner Arbeit bietet. Dabei würde ich persönlich z.B. an Yoga oder Entspannungstechniken denken, gerade wenn Du gedanklich auch am Wochenende nicht gut abschalten kannst. Wenn man sich zu einem entsprechenden Kurs anmeldet, geht man meistens auch hin und tut sich damit etwas Gutes, auch wenn man sich ohne diese Anreiz nicht zu irgendwelchen "Wohlfühlaktionen" hätte aufraffen können. Was genau für Dich ein Ausgleich sein kann, hängt natürlich einerseits von der Art Deiner Arbeit ab (ob Du z.B. körperlich beansprucht bist), ist aber auch eine Typfrage. Für mich ist Action mit Freunden, auch wenn ich es als nette Abwechslung erlebe, nicht unbedingt entspannend und damit nicht der Ausgleich, den ich nach einem langen Arbeitstag brauche. Daher verlege ich so etwas lieber aufs Wochenende.

Vielleicht noch kurz hierzu:

Zitat:
Zitat von Traumfee Beitrag anzeigen
Jetzt, nach 1 1/2 Monaten Arbeitszeit, fühle ich mich schon total müde, wenn ich von der Arbeit heimkomme, und will meistens nicht mehr viel machen. Und auch am Wochenende kann ich nicht so richtig abschalten, ich wache um 6 Uhr in der Früh auf obwohl ich eigentlich ausschlafen wollte, und bin um 10Uhr am Abend schon müde..
Ich habe vor zwei Jahren eine neue Arbeit begonnen und erinnere mich gut, dass es mir in der ersten Zeit ganz ähnlich ging. Solange noch so vieles neu ist und man ständig dazulernen muss, schlaucht die Arbeit noch viel mehr, als wenn man irgendwann eine gewisse Routine spürt. Das wird letztlich an jedem Arbeitsplatz so sein. Deswegen denke ich, dass es vielleicht auch eine Frage der Zeit ist, bis sich die Belastung des Berufseinstiegs wieder auf ein Normalmaß reduziert hat und Du ganz von selbst wieder Energie für andere Dinge übrig hast.

Liebe Grüße und alles Gute!
Chaja
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  #4  
Alt 20.02.2012, 17:17
Benutzerbild von Glühwürmchen
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Liebe Traumfee,

wie alle anderen schon geschrieben haben, ist mein Rat auch: gib der neuen Arbeits-Situation doch noch ein wenig mehr Zeit. Man braucht schon ein Weilchen, um die neuen Abläufe zu durchschauen, die Kollegen richtig einschätzen zu können und auch zu wissen, wo man hinlangen muß in bestimmten Fällen.
Ich habe es immer so gehalten, daß ich mir das erste Vierteljahr jegliche Bewertung meinerseits verkniffen habe (auch vor mir selbst) und einfach mal die neue Lage auf mich wirken lassen habe. Und in der Zeit habe ich immer versucht, mir alles andere (persönlicher Streß, ob nun guter oder schlechter) vom Leibe zu halten und mich und meinen Körper zu verwöhnen. So einfach unter dem Motto: "Nichts außer Überleben, so gut wie möglich!"
Nach dieser Zeitspanne klären sich die meisten Sachen irgendwie und man kann abschätzen, ob der neue Job was taugt, oder nicht.

Meist ist es auch so, daß man nach der Aufregung der ersten paar Tage dann irgendwann eine Flaute hat (wie Du jetzt wahrscheinlich). Nichts geht so schnell voran, wie man möchte. Man ist noch nicht richtig warm und fühlt sich etwas verloren und unwohl. Diese Phase habe ich auch schon mehrmals durch beim Wechsel und bei mir ging die dann immer irgendwie vorbei und es wurde besser.
Also laß Dir Mut machen und habe Geduld mit Dir und sei nett zu Dir selbst in dieser Zeit. Iß vernünftig, trinke vernünftig und bewege Dich. Gönne Dir und Deinem Körper mehr Schlaf als sonst. Das Gehirn muß gerade Höchstleistungen der Anpassungskunst vollbringen.

Ich drücke Dir die Daumen, daß sich die Sache verliert und Du Dich im neuen Job bald pudelwohl fühlst.

Liebe Grüße
Glühwürmchen
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  #5  
Alt 25.02.2012, 18:55
Benutzerbild von Traumfee
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Hallo ihr Lieben,

danke für eure Antworten.

Mittlerweile geht es schon wieder etwas besser im Job, meine Chefin war jetzt zwar die ganze Woche krank und ich musste alles alleine bewältigen, aber ich glaube sie hat dadurch auch gesehen dass sie sich auf mich verlassen kann und ich die Sachen auch ganz gut allein geregelt kriege.

Jedenfalls - müde bin ich noch immer ziemlich wenn ich heimkomme. Und mindestens 4 Überstunden sind es wirklich jede Woche. Aber ich hoffe auch, dass das noch viel mit Einarbeitungszeit zutun hat, da ich eben bei vielen Sachen noch nicht so die Routine habe. Außerdem ist meine Chefin auch erst 5 Monate im Unternehmen, d.h. wir müssen uns erst gut aufeinander einstimmen, denn ich hoffe wenn mal jeder sein Aufgabegebiet hat, und wir auch den Workload ein bisschen besser aufteilen können, dass wir hoffentlich nicht mehr so viele Überstunden machen müssen. Meine Chefin ist auch noch jung (unter 30), und macht noch mehr Überstunden als ich, arbeitet sogar von zuhause aus obwohl sie krank ist usw. Ich glaube wir müssen da erst beide richtig in den Job reinkommen, dann wird´s hoffentlich besser.

Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, ab jetzt auch nach der Arbeit regelmäßig noch was zu machen, mich z.B. mit Freunden zu treffen oder zum Sport zu gehen, oder zur Massage o.Ä. Ich glaube das brauche ich einfach, damit ich diese "Work-Life-Balance" wieder finde - momentan ist es nämlich nur Arbeit. Außer am Wochenende, so wie jetzt, geht´s mir richtig gut, da fahr ich heim zu meiner Familie, treffe meine Verwandten auf einen Kaffee, gehe mit meiner Familie essen oder spazieren, mach Sport, mach mir´s in der Früh noch im Bett gemütlich (mit Kaffee, Müsli und einem guten Buch ) und relaxe einfach. Heute zum Beispiel war´s auch sehr schön, ich war mit meinem Dad und meiner Schwester Mittags essen, dann sind wir mit unserem Hund neben der Donau spazieren gegangen, und dann noch in ein gutes Kaffeehaus für Kaffee und Kuchen - das war tolll!

Mit meinen Kollegen verstehe ich mich auch gut in der Arbeit, das ist schon sehr wichtig für mich, da kann ich beim Mittagessen wenigstens mal ein bisschen Stress abbauen beim plaudern...

Vielleicht können wir diesen Faden noch einige Zeit aufrecht erhalten, und uns hier weiter austauschen wie es so weiterhin im Job läuft? Das wär super..

Liebe Grüße
Traumfee
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