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Beruf & Karriere Berufliche Veränderung. Die ersten 100 Tage. Probleme im Job. Ärger mit Kollegen oder mit dem Chef?

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  #1  
Alt 08.10.2011, 23:10
Schreiberling
 
Registriert seit: 15.09.2010
Beiträge: 30
Standard Die Sache mit dem Job

Hallo zusammen,

ich stehe vor folgendem Problem

Ich habe vor fast genau 6 Monaten mein Studium beendet und stand dann im Anschluss für 3 Monate auf der Straße. Für mich stand schon damals die Frage im Raum: Karriere oder Beziehung. Beides konnte ich nicht vereinbaren, da ich aus alten Erfahrungen nie Erfolg mit Fernbeziehungen hatte und auch diese mit Sicherheit gescheitert wäre. Ich habe dann stark gebunden in der Nähe meines Wohnortes gesucht und bin fündig geworden. Allerdings mit sehr starken Einschränkungen hinsichtlich Gehalt, Interessen etc.

Aktueller Job sieht so aus:
  • knapp unter 1000 Euro netto, wenig Fahrtweg, erträgliches Arbeitsgebiet, 60-70 Stundenwochen
Vielleicht war es wenig intelligent sich hierauf auszuruhen und sich eine neue Wohnung zu suchen, die wirklich für 2 Personen gedacht ist und dementsprechend hoch in der Miete ist.

Momentan steigt in mir der permanente Wunsch mehr zu leisten, mich weiterzuentwickeln. Das klappt im aktuellen Job nicht und wird es auch in Zukunft nicht. Vielleicht war die Annahme des Jobs ein Fehler....

Den einen würde es freudig stimmen, mich kratzt die jetzt anstehende Situation wieder völlig an. Ich habe zwei Jobangebote in einem 90 km entfernten Ort erhalten, die deutlich lukrativer als das bisherige sind.

Und los geht die Grübelei....Ich weiß, dass ich 2 Stunden einfache Fahrt zum Arbeitsplatz benötige (ich teste sowas immer gerne :)). Mit dem Auto zu staufreien Zeiten vielleicht 50 Minuten. Ich denke 4 Stunden Fahrtzeit täglich schaffe ich nicht und 180 km pro Tag Spritkosten werde ich mir nicht leisten können. Ich sehe für mich jetzt keine wirkliche Option :(.

Ich könnte umziehen. Dann nur am WE nach Hause zur Freundinn. Das würde Doppelmiete bedeuten. Ich denke aber, dass dies ein Grund für sie wäre sich von mir zu trennen.

Ich hab momentan einfach keinen Plan mehr....Vielleicht mach ich einfach weiter wie bisher. Anderen Leuten geht es wesentlich schlechter als mir...Vielleicht klappt es später irgendwann :(
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  #2  
Alt 09.10.2011, 00:10
Guter Geist
 
Registriert seit: 28.05.2007
Beiträge: 10.827
Standard

Zitat:
Zitat von Remus85 Beitrag anzeigen
  • knapp unter 1000 Euro netto, wenig Fahrtweg, erträgliches Arbeitsgebiet, 60-70 Stundenwochen
(
Ich habe mal so gerechntet:

65 Stunden im Schnitt die Woche.
4 Wochen pro Monat macht 260 Stunden im Monat

1000€ ./. 260 = ~ 3,80 € pro Stunde.

Ganz ehrlich, da würde ich persönlich schon Montag nicht mehr hingehen.
Selbst für einen Nachtwächter zu wenig.
Alles andere ist besser als das, selbst eine Grundsicherung.
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  #3  
Alt 09.10.2011, 00:16
irrer
Gast
 
Beiträge: n/a
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... ist wahrscheinlich ein Job im Osten ... Normalität ....
Wir brauch dringend flächendeckend einen Mindestlohn .... und du bist Akademiker. Verkaufe Dich nicht unter wert , wenn du mehr wert bist ...
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  #4  
Alt 09.10.2011, 22:16
Benutzerbild von beumchen
wachsend
 
Registriert seit: 13.08.2011
Beiträge: 378
Standard

1) sie könnte mit dir mitziehen
2) ihr könntet in die "mitte" ziehen und jeder hat dann anfahrtsweg

schau dir mal diese rede an:

Steve Jobs' 2005 Stanford Commencement Address - YouTube
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  #5  
Alt 10.10.2011, 01:30
Benutzerbild von birdy
Alter Hase
 
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Ort: Rhein-Sieg-Kreis/NRW
Beiträge: 5.703
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Zitat:
Zitat von Hubert1 Beitrag anzeigen
Ich habe mal so gerechntet:

65 Stunden im Schnitt die Woche.
4 Wochen pro Monat macht 260 Stunden im Monat

1000€ ./. 260 = ~ 3,80 € pro Stunde.

Ganz ehrlich, da würde ich persönlich schon Montag nicht mehr hingehen.
Selbst für einen Nachtwächter zu wenig.
Alles andere ist besser als das, selbst eine Grundsicherung.
Das klingt für mich wie Ausbildungs-Entgelt.
Da dürften jedoch nicht so viele Stunden geleistet werden.

@ Remus85
????
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  #6  
Alt 10.10.2011, 09:37
Stammbesucher
 
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Beiträge: 894
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Zitat:
Zitat von Hubert1 Beitrag anzeigen
Ich habe mal so gerechntet:

65 Stunden im Schnitt die Woche.
4 Wochen pro Monat macht 260 Stunden im Monat

1000€ ./. 260 = ~ 3,80 € pro Stunde.

Ganz ehrlich, da würde ich persönlich schon Montag nicht mehr hingehen.
Selbst für einen Nachtwächter zu wenig.
Alles andere ist besser als das, selbst eine Grundsicherung.

Für eine Arzthelferin ein ganz normales Gehalt nach Tarif, im WESTEN. Im Osten siehts noch schlimmer aus.... Die Überstunden die gemacht werden, werden selbstverständlich nicht ausgezahlt, evtl. kann man mal ne Stunde eher gehen, aber nur, wenn die Sprechstunde nicht zu voll ist....

Sorry Remus, war etwas OffTopic.

Sprich doch erst einmal mit Deiner Freundin darüber was sie von einer Fernbeziehung, oder dem Vorschlag von beumchen, hält. Vielleicht sieht sie das gar nicht so negativ? Und 90 km finde ich jetzt gar nicht soo wahnsinnig viel (bin gestern erst 90 km (eine Fahrt) nur für einen Kaffee zu meiner Mom gefahren ). Okay, dann müsste die Sache mit der Doppelmiete geklärt werden, oder sie sucht sich dann eine kleinere Wohnung an Euerm jetzigen Wohnort und Du suchst was Kleines in der neuen Stadt?

Liebe Grüße
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  #7  
Alt 10.10.2011, 10:41
Guter Geist
 
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Zitat:
Zitat von Jummitier Beitrag anzeigen
(bin gestern erst 90 km (eine Fahrt) nur für einen Kaffee zu meiner Mom gefahren ). Okay, dann müsste die Sache mit der Doppelmiete geklärt werden, oder sie sucht sich dann eine kleinere Wohnung an Euerm jetzigen Wohnort und Du suchst was Kleines in der neuen Stadt?
Nicht, dass ich mich nach alten Zeiten aus der Kostenrechnung zurücksehne, aber jetzt muß ich doch noch mal kurz rechnen:
Sagen wir 20 Arbeitstage im Monat mit 180 Km am Tag macht 3600 Km im Monat.
Ich nehme jetzt mal einen durchschnittlichen Verbrauch von 7l pro 100km dann kommen 36*7l= 252 l Kraftstoffverbrauch zusammen.
Bei tendentiell steigenden Kosten gehe ich jetzt mal von 1,60€ pro Liter aus, das macht 403,20 € nur fürs Benzin. Reifen, sonstiger Verschleiß noch nicht einmal mit eingerechnet.
Würde ich noch weitere Abschreibungen und Verszinsung, Steuern und Versicherung mit hineinrechnen bliebe auch von einem höheren Gehalt nicht mehr viel übrig, mal abgesehen von weiteren Reperaturen, die bei den Kilometern auf einen zukommen könnten. Steuerlich Aspekte, wie Werbungskosten habe ich jetzt mal vernachlässigt.
Wohnt er aber am Arbeitsort, könnte er eventuell das Auto ganz verzichten.
Man unterschätzt oft die Kosten, die so ein Gerät verursacht.
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  #8  
Alt 10.10.2011, 10:55
Benutzerbild von Kuestenkind
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Hallo Remus. Die Fragestellung ist nunmehr ganz normal… neues Angebot im Job – vs. Zusatzbelastung PKW/Fahrerei oder Umzug.
In Deinem Alter wuerde ich wie folgt vorgehen.
1) Fahren – das Mehr an Gehalt gleicht es aus, das Mehr an Herausforderung ebenfalls – Du baust mit den Unbequemlichkeiten ja auch mittelfristige Jobchancen auf.
2) Wenn die Probezeit um ist, es so weit passt vermutlich eine Wohnung am neuen Ort suchen. Das heisst, entweder Deine Freundin guckt auch nach einem Job in der neuen Stadt, Ihr habt wieder ein gemeinschaftliches Domizil. Oder Ihr zieht beide in kleinere Wohnungen und trefft Euch mal hier, mal da an den Wochenenden.
Es ist wohl meistens so, dass bei einer Verbesserung (z.B. hier jetzt Job) auch Veraenderungen in anderen Lebensbereichen folgen.
Du kannst natuerlich auch in dem unzufriedenen Job bleiben. Aber ob Du nicht in 1 Jahr so richtig richtig unzufrieden bist und in 2 Jahren mit Deiner Freundin auseinander (weil Du nicht mehr der Partner bist, der Du mal warst) und dann Vorwuerfe kommen @aber wegen Dir (Freundin) habe ich doch auf gute Jobs verzichtet, kannst Du heute auch nicht vorhersehen.
Ergreife die Jobchance, wenn sie Dich nicht nur monitaer reizt.
Beziehe Deine Freundin mit ein – sie kennt Deinen Kampf ueberhaupt an die aktuelle Beschaeftigung gekommen zu sein – sie wird Dich verstehen und unterstuetzen. Wenn sie nicht ihren eigenen Vorteil (Freund auf der heimischen Couch, um jeden Preis) in den Vordergrund stellt.

Viel Erfolg
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  #9  
Alt 10.10.2011, 13:53
Benutzerbild von Shepherd
Guter Geist
 
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Zitat:
Zitat von Remus85
Für mich stand schon damals die Frage im Raum: Karriere oder Beziehung.(...) Ich könnte umziehen. Dann nur am WE nach Hause zur Freundinn. Das würde Doppelmiete bedeuten. Ich denke aber, dass dies ein Grund für sie wäre sich von mir zu trennen.
Mal aus der Persepktive geschaut, dass eine örtliche Distanz eure Beziehung zur Wochenendbeziehung machen würde und deine derzeitige Lebensgefährtin sich deshalb von dir trennen würde- meine Frage: wie gut ist euere Beziehung und was "begreift" sie ? Wenn eure Beziehung "nur" durch die von dir geäusserten Umstände auf der Kippe stünde oder dadurch zu Bruch ginge, wenn das die einzige Option wäre, solltest du eure Beziehung auf ihre Qualität hinterfragen und ggf. deine Prioritäten setzen, geltend machen.
Habt ihr schon darüber geredet, über die Umstände, die dazu kommenden "Probleme" und über die Qualität eurer Beziehung überhaupt ?
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  #10  
Alt 10.10.2011, 16:35
Benutzerbild von schräger Vogel
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Hallo,

ich gebe noch einen Punkt zu bedenken: wenn Du in dem niedriger qualifizierten Job bleibst, wird Dein Studium bei späterer Jobsuche wertlos. Da läufst Du dann unter "keine Berufserfahrung".
Recht gebe ich Dir mit der Einschätzung der Entfernung, 90 km einfache Fahrt sind lässig, wenn´s gut läuft - ist die Strecke aber als stauverseucht berüchtigt, kommt man restlos genervt daheim an und hat nix mehr von der heimischen Idylle.
"Kein Umzug vor Ende der Probezeit" wurde schon genannt. Mach doch daraus eine Probezeit in beruflicher und privater Hinsicht. Ein halbes Jahr hält man die Fahrerei durch (Steuerfreibetrag eintragen lassen!) und danach ist zumindest der Punkt "ist der Job den Streß wert?" schonmal geklärt.
Ich habe fast 10 Jahre eine Fernbeziehung/Fern-Ehe geführt - das geht und ist heutzutage weiß Gott keine Seltenheit mehr. Von daher erlaube ich mir mal, auch in Richtung der Damenwelt den mahnenden Zeigefinger zu erheben - frau kann nicht erwarten, das der Partner einerseits Kohle mit nach Hause bringt und andererseits die komplette Woche für Rundumbespaßung zur Verfügung steht .
Solange das Wochenende fürs gemeinsame Beisammensein genutzt wird, kann man werktags auch mal ein paar Unbequemlichkeiten akzeptieren - schließlich ist man
1.) erwachsen
und 2.) ist es auch nicht zu verachten, wenn frau in Ruhe ihre Gurkenmaskenrituale ohne männliches Gegrinse abhalten kann
Und mal ehrlich: macht ihr momentan jeden Abend irgendwas sensationelles gemeinsam? Oder wird nur gemütlich auf der Couch rumgelegen oder einer ist unterwegs in Verein o.ä.?
Eine Freundin erklärte mir mal, sie "könnte das nicht" mit einer Wochenendbeziehung. Bei genauerem Hinsehen hatte ich trotz Wochenendbeziehung mehr gemeinsame Zeit mit dem Partner als sie, obwohl theoretisch beide zuhause waren - nur halt nicht gleichzeitig.
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