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| Beruf & Karriere Berufliche Veränderung. Die ersten 100 Tage. Probleme im Job. Ärger mit Kollegen oder mit dem Chef? |
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#1
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| Hallo, derzeit befinde ich mich in einer Art Sackgasse. Ich weiß selbst eigentlich nicht mehr, was ich eigentlich will. Wie ich in einem anderen Thema schonmal beschrieben hatte, war ich lange Zeit unzufrieden im Job, weil ich wenig zu tun hatte. Mittlerweile habe ich deutlich mehr zu tun und von dieser Seite aus passt es eigentlich. Allerdings merke ich, dass ich einfach nie mit einem Gefühl der Zufriedenheit nach Hause gehe. Daher denke ich langsam, dass das Problem bei mir liegt und es sich durch einen neuen Job (die Flucht nach Vorne) nicht wirklich bessern wird. Irgend etwas im Büro regt mich auf, aber ich weiß selbst nicht so genau, was es ist. Ich habe immer so ein Gefühl des frustriert seins. Ich rege mich innerlich z.B. über diese leidenschaftslose Art meiner Kollegen auf (sie treiben nichts voran, wirken so "satt"). Ich rege mich darüber auf, dass sie den halben Tag über ihren Stress jammern und dabei aber einen Großteil ihrer Zeit mit Internet surfen verbringen (dabei frage ich mich dann, ob sie bewusst lügen oder selbst schon nicht mehr merken, dass sie eigentlich genau nix leisten und keinen Stress haben?). Ich rege mich über diese rückratlosigkeit auf (niemand übernimmt Verantwortung für irgendwas. Das fängt bei den höchsten Ebenen an). Ich rege mich darüber auf, dass innerhalb des Teams ein starkes Aufgaben- und Leistungsungleichgewicht besteht, aber niemand etwas dran ändert. Ich rege mich über die hemdsärmlige Arbeitsweise auf (Paradespruch: "Man sollte das und das tun..." Warum TUT ihrs dann nicht??). Von außen betrachtet haben wir ein super Arbeitsklima. Niemand sagt zu jemand anderem mal ehrlich, was Sache ist. Alle sind (pseudo?) freundlich zueinander. Allerdings, wenn man mal genauer hinhört, wird hintenrum gelästert, dass es nur so knallt. Insgesamt eine schöne, warme kuschelige Athmosphäre, die vom Chef auch so gepflegt wird. Mittlerweile frage ich mich: Ist das normal und liegt der Fehler einfach bei mir und meiner evtl. falschen Einstellung zum Arbeitsleben, meinen Charakter, meiner "Karrieregeilheit"?? Oder passe ich einfach nicht da rein, weil ich halt eine "normale" Einstellung zum Arbeiten habe (ich mache meine Sachen ordentlich, will vorankommen, will mich weiterentwickeln etc.)? Ich weiß einfach nicht, was der richtige Weg für mich ist. Nächste Woche habe ich ein Vorstellungsgespräch. Sollte das erfolgreich sein und die mich wollen, würde sich halt vieles ändern. Ich müsste umziehen, hätte sicherlich deutlich mehr Arbeitsstress (ob das nicht weniger schlimm wäre, wie dieser emotionale Stress, den ich derzeit habe?), vielleicht auch Druck etc. Aber vielleicht wäre es auch genau das Richtige für mich? Ich weiß es einfach nicht. Ich würde mich über Meinungen von "außen" freuen, da ich derzeit einfach ein Brett vorm Kopf habe und keine klare Richtung erkennen kann. Danke! |
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#2
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| Hallo Airborn, ganz ehrlich? Ich habe beim lesen gedacht, die Leute die da arbeiten sind bestimmt schon so alt, daß es sich nicht lohnt nochmal was neues, spannendes mit ihrem Leben anzufangen. Die sind wohl alle kurz vor der Rente? ![]() Ich weiß nicht wie alt du bist und ob es sich für Dich lohnt alles zu ändern, wie jobwechsel und Umzug? Aber ich kann Dir von mir sagen, ich bin eine Freundin der Flucht nach vorn... ![]() Und es hat sich für mich immer gelohnt auch wenn ich manchmal gekämpft habe, gezweifelt habe und auf die Ernte eine paar Jahre warten musste. Viel Glück! Margit |
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#3
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| Hallo Airborn, dein Beitrag löst etwas in mir aus. Momentan kann ich's noch nicht in Worte fassen, wollte dir aber Bescheid geben. Ich werde ihn noch mal ein wenig durch mich hindurchgeistern lasseen und schauen, was ich da so wahrnehme und dir dann schreiben. Öh... für mich in diesem Fall nicht ganz unwichtig: Bist du männlich oder weiblich? |
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#4
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| Zitat:
Ich würde in diesem Zusammenhang nicht von einem "Fehler" sprechen. Schwerpunkte im Leben werden durchaus anders gesetzt. Für manche ist der Job lediglich "Broterwerb". Einen weiteren Sinn können sie dahinter nicht erkennen, und hinter machem Job gibt es auch keinen weiteren Sinn. Vielleicht kommst Du der Sache näher, wenn Du den Focus auf Deine eigene Motivationsstruktur legst. Die bleibt einem oft verborgen und man muß dann anfangen sich selber ein wenig zu analysieren, will man weitere Antworten haben. Für viele ist der Job wichtig, weil sie sonst überhaupt keine Bestätigung im Leben bekommen, für andere ist er wichtig, weil das Konto sonst noch roter wird, und für wieder andere ist er wichtig, weil sie das ganz einfach total gerne machen was sie da machen. Letzeres ist nach neuesten Untersuchungen allerdings eher die Ausnahme. Möglicherweise kommst Du der Fragen näher, wenn Du den Job mal weg läßt und dann fragst. Was macht mein Leben eigentlich aus. Wer bin ich, was tue ich, wo möchte ich hin. |
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#5
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| Hallo zusammen, zunächst mal Danke für die Rückmeldungen! Zitat:
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Bin übrigens männlich.Zitat:
Wie schaut mein Leben ohne Job aus? Nun, es ist sicher nicht so, dass mein komplettes Leben auf den Job fixiert ist. Ich halte z.B. nichts davon, sich jeden tag 10-12 Stunden abzurackern und zum work aholic zu werden. Ohne Job gibts in meinem Leben noch einen nicht riesigen aber sehr guten Freundeskreis (mit sehr unterschiedlichen Charakteren, was ich sehr wichtig finde), tolle Eltern und Geschwister und sehr viele Interessen meinerseits. Was derzeit fehlt, ist eine Partnerin (vielleicht liegt's daran?) Mir ist meine berufliche Entwicklung einfach wichtig, weil ich mich dadurch zu einem gewissen Punkt selbst verwirklichen will. Ich möchte, wenn ich mal alt bin, auf ein interessantes und vielseitiges Berufsleben zurückblicken können. Außerdem strebe ich schon ein wenig das typisch deutsche Klischee an: Familie, Haus, guter Job. Und das geht m. Meinung nach nur (noch), wenn der Job genug abwirft. Hm, das fällt mir gerade dazu ein. |
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#6
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| Zitat:
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Ich bin auch kein Freund von Routinejobs, und froh, dass ich in diesem Jahr die Gelegenheit bekommen habe, intern etwas ganz Neus anzufangen - ich stelle aber auch fest, dass die Mehrzahl meiner Kollegen A) froh ist, einen Job zu haben (egal ob er sie fordert oder nicht) und B) froh ist, nichts Neues mehr hinzulernen zu müssen! Desweiteren ist mir aufgefallen, dass die einzige Intrigantin, die wir haben, diejenigen ist, die die meiste Angst davor hat, ihren Job zu verlieren (völlig egal, ob das begründet ist, oder nicht). Geh los und wage es, Dich mit genau der Kraft einzusetzen, die Du bereit bist zu geben. Alles andere wird Dich schlichtweg nicht befriedigen. Und wenn Du Dein Potential da, wo Du jetzt angestellt bist, nicht voll entfalten kannst, dann zieh weiter. Die Gelegenheit ist günstig, so lange Du noch nicht die angestrebte Familie + das Eigenheim geschaffen hast. Viel Glück! Geändert von A*star (16.09.2011 um 15:09 Uhr) |
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#7
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| Hallo Airborn, ehrlich gesagt habe ich noch nicht ganz verstanden, was dein Problem ist. Du schreibst Zitat:
Dann schreibst du allerdings ziemlich viel darüber, was dich an den anderen aufregt und dass du nicht weißt, welches die „richtige/normale“ Einstellung zur Arbeit ist – die deiner Kollegen oder deine? Was hilft dir das? Geht es dir da um Anerkennung? Dass jemand sieht und wertschätzt, was du leistest? Was mir außerdem auffiel: Zitat:
Zitat:
Zitat:
Und noch eine Frage Zitat:
Und je nachdem, was die Antwort ist, was steckt dann dahinter? Also angenommen, die Antwort ist „Konzernchef sein“, was hättest du davon? Etwas zum Wohl der Gesellschaft beitragen, Herausforderungen meistern, die eigene Kraft/Kreativität ausleben,... Und könntest du genau das in irgendeinem noch so kleinen Schritt auch jetzt schon umsetzen? |
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#8
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| Zitat:
Wäre ich in Deiner Situation, würde ich mir einen "Karriereplan" grob zurechtlegen. Die sehen bei den meisten gleich aus. Kein Job länger als vier bis fünf Jahre, nie auf eine gleichwertige Stelle bewerben, sondern immer auf eine höherdotierte bzw. mit mehr Verantwortung besetze Stelle. Weiterbildungen sind unerläßlich, möglichst kontinuierlich integrieren, ein nebenberufliches Studium wäre von Vorteil - falls Du nicht studiert haben solltest. Auf ein Vorstellungsgespräche mußt Du tip top vorbereitet sein, Deine Motivationslage und Deine Qualifikationen müßen auf Anhieb überzeugen und Du mußt ein gelassenes, kompetentes Gesamtbild abgeben. Du kannst Dir des öfteren ein Zwischenzeugnis geben lassen, damit dokumentierst Du auch nach innen, dass Veränderungen anstehen. Das alles geht bis Ende 30 danach wird es ungleich schwierig. |
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#9
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| Hallo Airborn, Antwort in Kürze: ja - nein - nein - ja. ^^ Ja, es ist wohl bis zu einem gewissen Grad normal, nein, es liegt nicht an dir, nein, es ist nicht dein Fehler, Ja, du passt mit deiner Einstellung möglicherweise da nicht rein. Schätze ich. Ich habe in meiner Firma ähnliches erlebt und bin mit einer aus meiner Sicht eigentlich ganz normal leistungshorientierten Haltung ziemlich angeeckt. Nach dem, was du schilderst, sieht es aus wie ein verabredetes Spiel, iene Standard-Haltung: wir tun eigentlich nichts, aber um uns zu legitimieren, tun wir furchtbar beschäftigt, und jammern über Stress ohne Ende. Eben dieses "Man sollte..." ist für mich ein typisches Zeichen dafür, dass alle mit ihrer Unzufriedenheit eigenltich mehr als zufrieden sind. Möglicherweise hat sich der Interessenschwerpunkt verlagert von den Aufgaben zum Sozialen. Es ist wichtiger, ein soziales Netz zu bilden und aufrecht zu erhalten, als die eigentlichen Aufgaben zu erledigen, die längst nur noch nebenbei abgearbeitet werden. Wichtiger sind die Intrigen, das wer mit wem, das ist die eigentliche Spannung dabei, wie es scheint. Gefördert wird das aus meiner Sicht durch Chefs, die keine klaren Aufgaben verteilen, deren Durchsetzung nicht verfolgen und eigentlich auch nur daran interessiert sind, dass sich alle lieb haben. Wenn das so ist, hast du aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten: du lässt sie machen und siehst zu, dass du deine Aufgaben so machst, wie du es für dich für richtig hältst (mit dem Mitspielen im großen Wer Gegen Wen wirst du wohl eher nicht glücklich, schätze ich), oder du versuchst woanders zu arbeiten. Dabei kann dir allerdings passieren, dass es genauso abläuft. eine Garantie dafür hast du nicht, du kannst es erst sehen, wenn du tatsächlich drin bist, denn solche Strukturen erkennt man nicht sofort. Ich hab für mich entschieden, zu bleiben, und zu sehen, was daraus wird. Für mich hat es sich als richtig entschieden - aber eben für mich. Es war eine 50/50-Chance. lg Mygga |
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#10
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| Hallo, Zitat:
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Ich habe in meiner kompletten Zeit dort noch nie eine klare Ansage von meinem Chef gehört, selbst in den wildesten Situationen wurde vieles einfach weggelächelt oder es kam das berühmte "man sollte..." zum Einsatz. Zitat:
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