![]() |
|
#1
| |||
| |||
| Habe gerade Nachrichten gesehen und da wurde dieses Berichtet: Kindstod in Frankreich: Vater soll Kleinkind in Waschmaschine gesteckt haben - Panorama | STERN.DE Ich bin geschockt! Wie können Menschen sowas nur tun???!!! Mir ist nur noch schlecht und ich bin tieftraurig................. |
|
#2
| ||||
| ||||
| Jummitier, danke, dass du keine Fotos einstellst, der Text ist schlimm genug. Es schnürt mir die Kehle zu, grausam! |
|
#3
| |||
| |||
| Ich verstehe einfach nicht was mit der heutigen Gesellschaft los ist!??!! In den letzten vier Wochen wurden hier gleich zwei (!) Fälle von Säuglingsmissbrauch (4 und 10 Monate) aufgedeckt!! Wie kommen Menschen einfach nur dazu? Was geht in diesen ekelhaften Menschen vor? Dieses ständige "kommen aus schlechtem Elternhaus", "wurden in der Kinderheit selbst missbraucht" blablabla, geht mir völlig am Ar... vorbei!! Entschuldigt bitte die Ausdrucksweise, aber ich verstehe es einfach nicht!! Und der Knaller ist auch noch, dass diese beiden Fälle hier aus unserer Region nur die Strafe 'Aufsichtspflichtverletzung mit Todesfolge" und nicht Mord erhalten!!! Wie soll das denn weitergehen? Kann ein Kind nie mehr ohne Sorge alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren oder auf dem Spielplatz spielen? Oder im Wald toben? Oder mit Freundinnen alleine zur Eisdiele gehen? Oder oder oder? Geändert von Shepherd (04.12.2011 um 21:44 Uhr) |
|
#4
| ||||
| ||||
| Zitat:
Doch es ist, leider) kein Phänomen der heutigen Zeit, oder heutigen Gesellschaft. So etwas hat es leider immer schon gegeben. Noch dazu kommt, dass wir hier in Deutschland vor 50 jahren keinen Fall aus Frankreich mitbekommen hätten. Man hat ja in der Zeit selbst von einem Fall in z. B. München nichts in Kiel davon erfahren. Dies machen erst die heutigen Medien möglich. |
|
#5
| ||||
| ||||
| Zitat:
Ich könnte mich auch so aufregen und runterziehen lassen, wie du es tust und mich mit Unterstützung von Gleichempfindenden hochschaukeln lassen, ... bis ich völlig unreflektiert zu den Kinderschändernd "Schwanz ab" und zu den Totmachern "an die Wand" brülle. Verzweifelte Wut - wie du sie wahrscheinlich empfindest - Empörung, Abscheu und HIlflosigkeit nebst anderen Regungen sind nicht nur unangebracht, unnütz und dich selbst schädigend, sie sind auch kontraproduktiv. Wenn ich mich frage, was in mir beim Lesen solcher Nachrichten getriggert wird, was da in mir ausgelöst wird, und wenn ich mir dann auch noch die Mühe mache, herauszufinden, woher diese "innere Aufruhr" kommt, finde ich auch heraus, wie ich mich verhalten soll, wie ich mich verändern soll, was ich an mir so verachte, was ich in meinem Leben vermisse ... usw. "Es geschieht nichts Neues unter der Sonne" und wenn wir uns nur aufregen und glauben, uns selbst dadurch "aus dem Geschehen ausklammern zu können", sind wir auf dem Holzweg und werden in dieser Welt nichts verändern. Dabei können wir etwas ändern ! Der große Frust ist allerdings, dass wir das, was sich durch unser Zutun positiv verändern könnten, kaum noch erleben werden. Und weil wir es in unserem aufgebrachten Sturm und Drang noch erleben wollen, reagieren wir falsch, überstürzt und emotional und richten damit rein gar nichts aus, außer, dass wir unseren Teil dazu beitragen, "dass alles so bleibt, wie es ist". "Nicht an ihren Reden, sondern an ihren Taten sollt ihr sie erkennen". Wir, die wir so gerne alles verstehen und durchschauen, tragen durch unser Handeln unseren maßgeblichen Teil Verantwortung an dem was geschieht. Mit Zeter und Mordio wurde noch keine Welt zum Guten verändert. Geändert von Shepherd (04.12.2011 um 21:48 Uhr) |
|
#6
| |||
| |||
| Danke für's "runterholen" lieber Shepherd! |
|
#7
| |||
| |||
| Lieber Shepherd, so wirklich habe ich Deine Meinung dazu nicht verstanden (blond!?). Einerseits habe ich es so verstanden, dass wir selbst es nicht ändern können, andererseits dann doch wieder durch unser Tun. Erklär mir bitte mit etwas einfacheren Worten was Du bzw. wie Du dieses meinst. Viele Grüße |
|
#8
| ||||
| ||||
| Zitat:
Dadurch, dass wir uns nur aufregen (und das tun die meisten) ohne selbst etwas zu unternehmen, klammern wir uns (weil wir es nur "von außen" sehen) aus dem Geschehen aus. Wir sind lediglich emotional involviert, fühlen uns jedoch nicht genötigt, selbst etwas gegen die herrschenden Missstände zu unternehmen, die Hintergründe zu erforschen um es in Zukunft anders, vielleicht besser zu machen ... beginnend bei uns selbst. Nachstehenden Satz möchte ich als unkontrollierten Gefühlsausbruch bewerten: Zitat:
Du kannst einen Kinderschänder, der als Kind selbst geschändet, vermietet und verprügelt, ausgehungert und bis zum nächsten Kunden weggesperrt wurde, nicht verdammen und gleichzeitig sein Opfer bedauern. Damit ist bei mir die Grenze des Zynismus überschritten. Das heisst nicht, dass ich den Kinderschänder in Schutz nehme. Ich versuche lediglich zu verstehen, was bei ihm vor sich gegangen ist um daraus zu lernen, wie ich solche und ähnlich gelagerte Fehler vermeiden kann. Ihn selbst würde ich auch wegsperren, mit allem Verständnis für seine Taten und die dazu gehörenden Hintergründe. Wir sehen die Mißstände und weigern uns, dahinter zu schauen, denn dort würden wir auch uns selbst entdecken, mit unseren Unzulänglichkeiten, unseren Fehlern und unseren nicht ganz so koscheren Macken. ... den Balken im eigenen Auge ... Wir werden zu aufgeregten, empörten, verärgerten und unzufriedenen Randfiguren, zu Beobachtern, die "als Beobachter" aus ihrer Position heraus nichts zu unternehmen brauchen. "Das ist nicht mein Bier." Wir leisten uns damit einen Bärendienst. Man könnte uns entgegenhalten: "Dann mach es doch besser !" Und wir antworten prompt (zum Beispiel): "Was kann ICH denn da schon ausrichten", oder wie Wolle, "Von mir aus sollten die Strafen echt erhöht werden.". Da WIR offenbar "nichts ausrichten können" (haben wir so wenig Selbstvertrauen? ), unsere Hoffnung auf Besserung in die Hände anderer verlagern und irrigerweise die Verschärfung der Repression als des Übels Lösung ansehen, ist ja wieder alles in Ordnung. Wir haben unserem Unmut Luft gemacht, die Leber entlastet, Verantwortliche designiert und kehren nach der emotionalen Beruhigung zum Alltäglichen zurück. The show must go on. Zu tun brauchen WIR nichts, dafür sind ja andere da. Wir regen uns ja nur auf, wir sind empört und finden es ungerecht und unmenschlich. Wir machen ja schließlich darauf aufmerksam ! Ist das denn nichts ?! Im Grund sind wir (hier klammere ich mich mal aus) eigentlich indigniert, regelrecht entrüstet (bar jeden Schutzes) und fühlen uns zutiefst in unserer Moral und Ethik verletzt, dass es da noch "solche gibt, die uns in unserer Illusion, pardon, in unserer Wunschvorstellung einer schönen heilen Welt zu stören wagen. Ein überspitztes Beispiel: Ich sitze verträumt am Fenster und genieße einen herrlichen rotglühenden Sonnenuntergang. Kindheitserinnerungen kommen hoch: "Die Engelchen backen Kekse für Weihnachten" und schon glaube ich den Duft wahrzunehmen und ein glückliches Grinsen steht mir im Gesicht, als unten auf der Straße ein Auto ein Kind überfährt. Ich bin schockiert, entsetzt, kann es nicht fassen und werde wütend. Warum ? Weil ein Kind überrannt wurde? oder weil mir der Unfall den Anblick des Sonnenuntergangs und meine Jugenderinnerungen versaut hat ? Natürlich der Unfall, wird man mir entgegenhalten. Ich bin mir allerdings nichts so sicher, ob es nur der Unfall war, oder nicht auch ein bisschen die drastische Störung in meinen "glücklichen Wunschdenken"? Es müssen keine Kopfe rollen, es reicht, wenn wir bei uns anfangen, doch das hieße Eingeständnisse machen, Veränderungen ins Auge fassen und - was am meisten schmerzt - erhlich zu sich selbst sein, nichts beschönigen und Konsequenzen ziehen. Wenn ich die Welt verändern will, fange ich bei mir an, jetzt, sofort und nicht erst nächste Woche oder nach Sylvester. |
|
#9
| |||
| |||
| Hmm, ich habe mir nun Deine Antwort immer und immer wieder durchgelesen und irgendwie vertrete ich einen anderen Standpunkt: Weißt Du, ich stelle mir diese schutzlosen kleinen Wesen vor und frage mich einfach, was geht in dem Kopf des Erwachsenen vor? Was veranlasst ihn dazu soetwas zu tun? Und oft kommt da eine Art Entschuldigung die meistens so aussieht, dass der- oder diejenige erzählt, aus einem schlechten Hause zu kommen und selbst misshandelt (in welcher Form auch immer) worden zu sein. Ich habe da einfach kein Verständniss für. Für mich ist dieses keine Entschuldigung und vorallem kein Grund. (...) Ich könnte nie nie nie mein Kind etwas antun. Verstehst Du was ich meine? Und daher auch mein Satz, den Du als unkontrollierten Gefühlsausbruch gewertet hast, aber nein, dass war er nicht. Es war ein Satz, der mir voll bewusst ist und zu dem ich auch so stehe. Viell. gehe ich emotionaler mit diesen Dingen um und lasse soetwas näher an mich ran, als Menschen die aus einem gut behüteten Familienhaus kommen, ja mag sein. Nur auch ich frage mich, was kann ICH tun? Auf jeden Fall mein Kind mit viel Liebe aufziehen, so das dieses auf eine schöne Kindheit zurückblicken kann. Und sonst? In Watte packen? Es Zuhause einsperren? Ich habe mich vor ein paar Tagen (bevor ich den Bericht gesehen hatte) mit einer Mutter von 2 Kindern unterhalten. Ich habe sie gefragt, warum sie sich das antut und ihre Kids ständig von dem einen Hobby, Freund etc. zum nächsten fährt, quasi Taxi spielt? Ich sagte ihr, dass wir doch früher mit unseren eigenen Rädern selber irgendwohin gefahren wären. Sie antwortete mir, dass sie Angst um ihre Kinder hat. Das sich die Gesellschaft sehr gewandelt hat und sie kein gutes Gefühlt dabei hat, ihre Kinder alleine mit dem Rad zu einem Freund fahren zu lassen. Das machte mich nachdenklich. Liebe Grüße Geändert von Shepherd (04.12.2011 um 21:36 Uhr) |
|
#10
| ||||
| ||||
| Zitat:
Um jeglichen Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich betonen, dass ich solche Taten nicht gut heiße. Aber im Gegensatz zu der bei Bedarf brav empörten Mehrheit der Gesellschaft ist mir klar, dass jeder Mensch aus seiner Sicht (!) einen guten Grund für sein Handeln hat - auch wenn dem Außenstehenden dieser Grund oft nicht nachvollziehbar ist. Ferner ist mir klar, dass solche Taten nicht mit frohem Herzen von rundum glücklichen Menschen begangen werden. In solchen Fällen sind IMMER Umstände im Spiel, deren "Fürchterlichkeit" wir uns gar nicht vorstellen können, solange wir solches oder ähnliches nicht selber erlebt haben. Ich habe mal mit einer Frau gesprochen, die einen bei einem Unfall einen Menschen getötet hat. Was in dieser armen Frau vorging, welche schrecklichen Bilder sie Tag und Nacht verfolgten, welchen abgrundtiefen Hass sie sich selber gegenüber empfand... ohne so etwas selber erlebt zu haben, habe ich bei ihren Schilderungen eine furchtbare Beklemmung empfunden und wollte nur noch weg - weg von diesen grausamen Vorstellungen. Seien wir froh, wenn uns so ein lebenslanges seelisches Martyrium erspart bleibt. Seien wir ferner froh, wenn wir keine Erfahrungen gemacht haben, die uns solche Taten nachvollziehbar erscheinen lassen. Seien wir froh, dass wir nicht die aus traumatischen Erlebnissen resultierende Brutalität und Grausamkeit in uns haben, die uns zu solchen Taten befähigen. Stündest du einem Verbrennungsopfer gegenüber, würdest du dich dann auch darüber entrüsten, dass es vor Schmerzen schreit? Nicht? Das ist etwas anderes? Nein, ist es nicht! Denn auch bei deinem Beispiel hat ein Mensch vor (seelischen) Schmerzen geschrien. Wir haben es bloß nicht verstanden - oder wollten es nicht hören. Sorry, wenn meine Worte jetzt auch nur wie nutzloses, unreflektiertes Zeter und Mordio ankommen - aber angesichts eines solch massiven Unverständnisses ist es mir ein Bedürfnis, das (die Welt hoffentlich etwas besser machende) Augenmerk auf diese andere Sichtweise zu richten. Wobei....Shepherd, ich frage mich gerade, ob du konkrete Handlungen im Sinn hattest, als du schriebst Zitat:
|