
29.01.2012, 10:06
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 | Über-Schreiberling | | Registriert seit: 24.03.2007 Ort: Hessen Alter: 60
Beiträge: 434
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Zitat:
Zitat von amelie45 Auf Dauer ungelebte Trauer würde ich mit Selbstverletzung gleichsetzten. Gleichzeitig ist mir klar, dass es oft keine hilfreichen Rituale mehr gibt - oder wir uns viel zu spät darum kümmern und dann völlig von den Ereignissen überschwemmt werden.
Amelie | Ich greife die Bemerkung von Amelie auf und fange mal mit dem Faktor Zeit an.
Ich habe in einem Forum mal die taktlose Bemerkung gelesen - na nach 14 Tagen müssten Sie das doch überstanden haben!
Dieses funktionieren müssen und nur keine Schwäche zeigen - persönliche Probleme bitte nach Feierabend und möglichst ohne Störung des Arbeitsablaufes. 
Gerade durch die von Amelie angesprochenen (fehlenden) hilfreichen Rituale und in dem Nichtausleben - nicht Zulassen der Trauer sehe ich ein großes Risiko.
In dem Buch von U. Schaffer (Grundrechte ein Manifest) steht der Satz: "Du hast ein Recht auf deine Trauer"
(Ich weiß nicht, ob es erlaubt ist, mehr zu zitieren)
Ich vergleiche es mal mit einem Schrank, in den wahllos alles herumliegende reingestopft wird und bei dem sich die Tür gerade noch schließen lässt.
Sobald die Tür geöffnet wird, kommt das ganze Sammelsurium einem vor die Füße gepurzelt.
Meiner Erfahrung nach gehört das Erinnern, drüber sprechen oder schreiben, trauern und loslassen dazu. Erst dadurch wird eine stabile Grundlage geschaffen, damit man in der Gegenwart ankommen und die eigene, veränderte Persönlichkeit neu definieren kann. Danach kommt auch die Neugier auf das Leben und die Zukunft wieder.
Wie sind da Eure Meinungen oder Erfahrungen? |